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Stammzellen zur endogenen Regeneration

Krankheiten, Verletzungen, aber auch der physiologische Alterungsprozess führen zu einem Untergang von Zellen im Körper. Die endogenen regenerativen Aufgaben werden dabei von Stammzellen übernommen. Beispielsweise produzieren die Stammzellen des Knochenmarks täglich etwa 1012 hämatopoetische Zellen, dies entspricht circa 1 kg (20). Der Therapieansatz der regenerativen Medizin ist, das endogene regenerative System durch Zufuhr von ex-vivo vervielfältigten autologen Stammzellen zu unterstützen.

Kardiologie
Am weitesten fortgeschritten sind die klinischen Untersuchungen zu Stammzelltherapien in der Kardiologie. In mehreren Studien wurden Patienten mit Herzinfarkt autologe Stammzellen intrakoronar oder intramyokardial injiziert. Verglichen mit einer Standardbehandlung konnte durch die Stammzelltherapie eine signifikante Verbesserung der Ejektionsfraktion erzielt werden (29). Auch Anwendungen einer Stammzelltherapie bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz sind erforscht (9).

Autoimmunerkrankungen
Für Autoimmunerkrankungen, wie multipler Sklerose, Psoriasis und rheumatoider Arthritis gibt es bisher keine kausale Therapie. Der Einsatz von Stammzellen bei diesen Erkrankungen könnte über zwei Wege angreifen:

  • Nach Zerstörung des körpereigenen Immunsystems und damit auch der selbstreaktiven Lymphozyten können transplantierte Stammzellen ein neues Immunsystem mit Toleranz für körpereigene Antigene generieren (30).
  • Stammzellen können das durch eine Autoimmunerkrankung zerstörte Gewebe ersetzen (30).

Einige Pilotstudien:

An der Charité, Berlin, erhielten 5 Patienten mit therapierefraktärem systemischem Lupus erythematodes (SLE) eine autologe Stammzell-Transplantation. Bei 3 Patienten wurde eine komplette Remission für 1 bis 5 Jahre beobachtet (30).

In einem Kollektiv von Patienten, die aufgrund hämatologischer Neoplasien stammzelltransplantiert wurden und zugleich an einer entzündlichen Darmerkrankung, wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn litten, wurde eine deutliche Reduktion der Autoimmunerkrankung nach der Stammzell-Transplantation nachgewiesen (30).

Eine eindrucksvolle Einzelfallbeobachtung dokumentiert den Fall einer 13-jährigen Patientin mit rasch progredienter MS und schwerstem Krankheitsbild, bei der es nach autologer Stammzell-Transplantation zu einer deutlichen klinischen Besserung und einer Rückbildung der Herde im MRT kam (30).