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Autologe und allogene Stammzell-Transplantationen

Stammzell-Transplantationen werden vor allem zur Therapie einer Neoplasie des blutbildenden Systems durchgeführt. Die Stammzellen werden dabei aus Knochenmark (KM-SZ), peripherem Blut (PB-SZ) oder Nabelschnurblut (NSB-SZ) gewonnen.

Zur Anwendung kommen die…

  • autologe Transplantation (Spender und Empfänger sind identisch);
  • familiär-allogene Transplantation (Empfänger ist verwandt mit Spender);
  • allogene Transplantation (Empfänger ist nicht verwandt mit Spender).

Die Auswertung aller europäischen Stammzell-Transplantationen des Jahres 2005 ergibt ein deutliches Überwiegen autologer gegenüber allogenen Transplantationen (9).

Die Entscheidung für eine autologe oder allogene Stammzell-Transplantation ist in erster Linie von der medizinischen Indikation abhängig. Bei Lymphomen und bei soliden Tumoren wird praktisch ausschließlich autolog transplantiert. Durch die 100 %ige Gewebeübereinstimmung bei der autologen Stammzell-Transplantation treten keine Abstoßungsreaktionen oder Graft-versus-Host-Reaktionen auf, eine immunsuppressive Pharmakotherapie ist nicht erforderlich. Ausnahmen sind Leukämien, bei denen bei allogener Transplantation ein Transplantat-gegen-Tumor-Effekt erwünscht ist, und hereditäre Erkrankungen (z. B. Thalassämie). Hier verbietet sich die "Re-Transplantation" des genetischen Defektes von selbst (9, 25).

Abbildung 5:
Stammzelltransplantationen in Europa 2005 (26)