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Differenzierung von Stammzellen

Wenn Stammzellen ihre Nische verlassen und differenzieren, entstehen daraus reifere Vorläuferzellen, die schließlich zu funktionsfähigen Endzellen ausreifen.

Bis 1998 ist die Wissenschaft davon ausgegangen, dass gewebespezifische Stammzellen existieren, die ausschließlich in Zellen ihres Gewebetyps differenzieren können. Mittlerweile konnte gezeigt werden, dass adulte Stammzellen beispielsweise aus dem Knochenmark nicht nur in Blutzellen sondern auch in Muskel-, Leber- und Hautzellen ausreifen können (20). Diese Potenz zur Ausreifung in Zelltypen aller drei Keimblätter (Mesoderm, Endoderm und Ektoderm) nennt man Stammzell-Plastizität. Sie eröffnet neue Perspektiven für den Einsatz von Stammzellen bei vielfältigen Indikationen.

Das Phänomen der Plastizität ist am besten bei den hämatopoetischen Stammzellen untersucht (20). Bei geschlechtsdifferent transplantierten Patienten konnte die Differenzierung der hämatopoetischen Stammzellen in Hepatozyten, Hautzellen und epitheliale Zellen des Gastrointestinaltraktes nachgewiesen werden (21-24).

Abbildung 3:
Aus Knochenmarkstammzellen können sich neben Blutzellen auch andere Zellen bilden (20).