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Die Nische stellt die Weichen

In einer Vielzahl von Arbeiten (15, 16) konnte gezeigt werden, dass es für Stammzellen in verschiedenen Geweben sogenannte Nischen gibt. Eine Nische ist dabei kein räumlicher Begriff, sondern eher als charakteristisches Umfeld mit einem speziellen "microenvironment" zu sehen. Die interzelluläre Matrix und die benachbarten Zellen in der Nische bewirken mit ihren Signalen, dass eine Stammzelle undifferenziert bleibt und sich selbst erneuert (17, 18). Verlässt die Stammzelle jedoch die Nische, begibt sie sich auf den Weg zur Differenzierung. Bei einer Stammzell-Teilung haben beide Töchter das gleiche Potential - es ist die Nische als ihre Umwelt, die ihr Entwicklungsschicksal bestimmt und nicht ein intrinsisches Stammzellprogramm (15).

Der Verbleib in der Nische oder die Migration einer Stammzelle wird durch multifaktorielle Prozesse gesteuert, bei denen Proteasen, Zytokine und Wachstumsfaktoren eine Rolle spielen (16).

Ebenso beruht das "Homing", also die Aufnahme zirkulierender Stammzellen in den Nischenverbund eines geschädigten Gewebes, auf chemotaktischen Faktoren und Signalmolekülen. Mobilisierung und Homing sind vermutlich antagonistische Prozesse, die zumindest teilweise auf gleiche molekulare Grundlagen zurückzuführen sind (16). Die Steuerung dieser Prozesse ist ein wesentlicher Schlüssel zum Verständnis der Regenerationsprozesse im Körper und steht im Fokus der aktuellen Stammzellforschung.