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Gewinnung von Stammzellen

Nach ihrer Herkunft werden embryonale, fetale und adulte Stammzellen unterschieden. Eine Sonderform der adulten Stammzellen sind die Nabelschnurblut- oder auch neonatalen Stammzellen.

Embryonale Stammzellen (ES-Zellen):
ES-Zellen werden aus einem Embryo gewonnen, der durch In-vitro-Fertilisation (IVF) oder therapeutisches Klonen entstanden ist. Therapeutisches Klonen bezeichnet dabei einen Vorgang, bei dem der Zellkern einer adulten Körperzelle in eine entkernte Eizelle mikroinjiziert wird. Nach Entwicklung einer Blastozyste (4 - 7 Tage alter Embryo) entnimmt man die Stammzellen aus der inneren Zellmasse, der Embryo wird dabei zerstört.

Fetale Stammzellen:
Fetale Stammzellen stammen von Embryonen oder frühen Feten (5. - 9. Woche) nach einem Abort. Man entnimmt primordiale Keimzellen (EG-Zellen, embryonal germ cells) oder Progenitorzellen, also gewebetypische Stammzellen, die bereits begonnen haben, sich zu differenzieren.

Nabelschnurblut-Stammzellen (NSB-Zellen):
Nach Abnabelung eines Neugeborenen werden etwa 40 bis 140 ml Blut aus der Nabelschnur entnommen. Die Gewinnung von Nabelschnurblut ist für Mutter und Kind völlig risikolos und schmerzfrei. Im Gegensatz zu den postnatalen adulten Stammzellen sind sie, naturgemäß, nur einmal im Leben verfügbar.

Adulte Stammzellen:
Im Wesentlichen kommen zwei Methoden zum Einsatz, um adulte Stammzellen eines Patienten zu gewinnen:

  • Nach Gabe eines hämatopoetischen Wachstumsfaktors kommt es zur Ausschwemmung von Stammzellen aus dem Knochenmark. Diese Stammzellen können dann über ein Apherese-Verfahren aus dem peripheren Blut gewonnen werden.
  • Auch das Knochenmark kann als Quelle für Stammzellen herangezogen werden. Unter Vollnarkose werden dabei 500 - 1500 ml Knochenmarkblut über multiple Punktionen aus dem Beckenkamm aspiriert.