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Einführung

"…But just because we scientists were surprised, it does not mean that the cells themselves were surprised by their broad potential!..."
L.M. Eisenberg & C.A. Eisenberg (1)

Die biomedizinische Forschung mit Stammzellen erlaubt uns immer tiefere Einblicke in die Lebensvorgänge. Neue Erkenntnisse bilden die Voraussetzung für die Entwicklung innovativer, vielversprechender, therapeutischer und präventiver Interventionen.

Im Jahr 1963 wurden die hämatopoetischen Stammzellen im Knochenmark der Maus entdeckt (2, 3). 18 Jahre später, 1981, gelang die Kultivierung muriner embryonaler Stammzell-Linien (4, 5). Die erste erfolgreiche Transplantation von Nabelschnurblut wurde 1988 bei einem Kind mit Fanconi-Anämie durchgeführt. Das Spenderblut kam dabei von einem HLA-identischen Zwilling (6). 1996 machte das durch reproduktives Klonen entstandene Schaf Dolly Schlagzeilen (7). Die ersten Erfolge in der Kultivierung humaner embryonaler Stammzell-Linien wurden 1998 berichtet (8).

Heute gehört der therapeutische Einsatz von Stammzellen bei einer Vielzahl von Erkrankungen zum medizinischen Alltag. Der Nutzen von autologen und allogenen Stammzelltransplantationen ist durch zahlreiche Studien belegt. Aber auch in anderen Bereichen der Medizin eröffnet sich das Potenzial vor allem autologer Stammzell-Präparate. Im Oktober 2003 fand in Leipzig der erste Weltkongress für regenerative Medizin statt. Hier wurde der Abschied von Allo- oder Xenotransplantaten bzw. –implantaten aus nicht-biologischen Werkstoffen zugunsten von Transplantaten aus autologen Stammzellen konstatiert (9). Neben den neuen Errungenschaften aus dem Bereich des ‚tissue engineering’ umfasst die regenerative Medizin auch Forschungen zu In-situ-Therapien mit autologen Stammzellen, z. B. zur Behandlung des Myokardinfarktes.

In der Delphi-Studie zum Thema "Die Zukunft der Stammzellforschung in Deutschland" wurden Experten auf dem Gebiet der Stammzellforschung nach ihren Einschätzungen zur Entwicklung der Stammzell-Therapien befragt. Die große Mehrheit dieser Spezialisten geht davon aus, dass in den nächsten 20 Jahren die grundlegenden Fragen zur Gewinnung, Anreicherung und Differenzierung von Stammzellen gelöst sein werden und dann Stammzell-Therapien für viele Erkrankungen zur Verfügung stehen werden.