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Abnahme des Nabelschnurblutes

Unmittelbar nachdem das Kind abgenabelt und bevor die Plazenta geboren ist, wird aus dem Teil der Nabelschnur, der noch mit der Plazenta verbunden ist, das Blut entnommen. Die Abnabelung des Kindes sollte dabei frühzeitig erfolgen, um das Blut aus der noch pulsierenden Nabelschnur entnehmen zu können.

Falls es aus medizinischen Gründen nicht anders möglich ist, kann das Nabelschnurblut auch nach der Entwicklung der Plazenta abgenommen werden (17). Allerdings sind dann in der Regel die gewonnenen Volumina kleiner.

Sectio cesarea
Die sterile Verpackung der handelsüblichen Entnahmesets ermöglicht eine Abnahme von Nabelschnurblut im OP-Saal.

Zwillingsschwangerschaft
Die Punktion erfolgt erst nach Abnabelung beider Kinder. Wichtig ist die eindeutige Kennzeichnung der Blutbeutel.

Wassergeburt
Prinzipiell ist eine Nabelschnurblut-Entnahme auch bei einer Wassergeburt möglich. Die Nabelschnur muss jedoch zum Zeitpunkt der Desinfektion und bei der Blutentnahme trocken sein. Es ist also erforderlich, dass die Kreißende unmittelbar nach dem Abnabeln die Wanne verlässt, um die Punktion der Nabelschnur unter sterilen Bedingungen zu ermöglichen. Die Verzögerung, die sich daraus ergeben kann, erschwert die zügige Entnahme und gefährdet damit das Ergebnis.

Punktion

Unter sterilen Bedingungen wird die plazentare Nabelschnur von oberflächlichen Verunreinigungen befreit und auf einer Länge von ca. 10 cm desinfiziert. Nach Einhaltung der Einwirkzeit wird mit dem vorbereiteten kommerziellen Abnahmesystem die Nabelschnurvene punktiert. Die Abnahme erfolgt je nach System nach den Angaben des Herstellers. Das NSB-Blut kann dabei unter Sog aspiriert oder unter Ausnutzung der Schwerkraft in einem Beutel aufgefangen werden. Die Gewinnung des NSB dauert in der Regel etwa 2 Minuten.

Die NSB-Bank benötigt darüber hinaus ein Serumröhrchen mit mütterlichem Venenblut für virologische und bakteriologische Laboruntersuchungen.