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Indikationen für die Anwendung der Stammzellen

Die Stammzelltransplantation ist gegenwärtig die am häufigsten angewandte Therapie mit Stammzellen. Ob eine allogene oder autologe Stammzelltransplantation erforderlich ist, hängt von der Art der Erkrankung ab. Die Indikationen für die Transplantation von Nabelschnurblut sind mit denen für die Transplantation von Knochenmark oder Stammzellen aus peripherem Blut identisch (1). Nach der aktuellen Transplantationsstatistik der European Bone Marrow Transplantation Group wird bei Leukämien in 82 % der Fälle ein allogenes Stammzellpräparat eingesetzt. Bei Lymphomen hingegen wird in 89 % und bei soliden Tumoren in 92 % der Fälle autolog transplantiert (3).

Neben den Transplantationen werden Stammzellen auch in der regenerativen Medizin und beim ‚tissue engineering’ eingesetzt. Hier sind ausschließlich autologe Stammzellen gefragt, da sie keine Abstoßungsreaktionen hervorrufen. Bereits heute gibt es zahlreiche Publikationen über erfolgreiche Anwendungen in der klinischen Forschung auf verschiedenen Gebieten.

So wurden Stammzellen in mehreren kardiologischen Studien bei Myokardinfarkt oder koronarer Herzkrankheit intrakoronar oder intramuskulär appliziert und konnten zu einer Verbesserung der linksventrikulären Auswurffraktion führen (4-6). Auch bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit wurden Erfolge durch die Stammzelltherapie beschrieben (7).

Beeindruckende Erfolge gibt es auch in der Herstellung von Gewebeersatz aus Stammzellen: So hat eine Forschergruppe an der Medizinischen Hochschule Hannover Herzklappen durch In-vitro-Züchtung aus Stammzellen entwickelt, die bei 14 Kindern mit angeborenen Klappenfehlern implantiert wurden und die im Gegensatz zu Kunststoffklappen mitwachsen (8-11).