cme.medlearning.de - CME Logo

Einführung

"Nabelschnurblut ist die Zukunft der Stammzelltherapie".
Prof. E. Papoutsakis von der University of Delaware auf dem internationalen Kongress "Biotechnologie 2000" in Berlin

Jährlich werden in Deutschland etwa 710.000 Kinder geboren. Bei 97 % der Geburten (ca. 690.000) wird das Nabelschnurblut auch heute noch mit der Plazenta entsorgt (1). Dabei enthält das Nabelschnurblut die so wertvollen Stammzellen, die nicht nur für die Forschung von zunehmendem Interesse sind, sondern bereits heute erfolgreich eingesetzt werden, um verschiedene hämatologische Erkrankungen zu therapieren. Stammzellen sind darüber hinaus eine wertvolle Ressource für vielversprechende zukünftige Einsatzmöglichkeiten in der regenerativen Medizin und im 'tissue engineering' (2).

Warum wird diese nur einmal im Leben verfügbare Ressource von Stammzellen so wenig beachtet? Ein Grund liegt vermutlich darin, dass werdende Eltern nicht über die Möglichkeit der Einlagerung von Nabelschnurblut informiert sind und auch das Potential von Stammzellen nicht kennen.

Ärzte, die Schwangere betreuen, können hier aufklären. Eine Beratung der werdenden Eltern über die Bedeutung der Nabelschnurstammzellen, deren mögliche Einlagerung sowie die damit verbundenen Folgen für das noch ungeborene Kind versetzt die Eltern in die Lage, eine Entscheidung für oder gegen die Aufbewahrung von Nabelschnurblut zu treffen. Bevor also die Nabelschnur einfach nach der Geburt weggeworfen wird und man dem Kind damit eine Therapieoption bei Eintritt einer mit Stammzellen therapierbaren Erkrankung vorenthält, sollte dieses Thema vom behandelnden Arzt rechtzeitig angesprochen werden. Die Dokumentation des Aufklärungsgesprächs in der Patientenakte beugt möglichen späteren Haftungsansprüchen vor.