cme.medlearning.de - CME Logo

Glukokortikoide: Mono- oder Kombinationstherapie

Monotherapie

Durch die Gabe von hoch dosierten Glukokortikoiden, insbesondere Dexamethason, kann eine rasche Reduktion der Tumormasse beim multiplen Myelom erreicht werden. Eine Monotherapie mit gepulstem Dexamethason führt bei ca. 40 % der neu diagnostizierten und 20 - 25 % der rezidivierten oder refraktären Patienten zu einer objektiven Remission. (Samson, 1996).

Dexamethason-Pulstherapie
Dexamethason 40 mg p.o. Tag 1 - 4
      9 - 12
      17 - 20

(Alexanian et al., 1986)

Alexanian et al. (Alexanian et al., 1986) zeigten, dass eine Dexamethason-Monotherapie bei neudiagnostizierten Patienten vergleichbare Ergebnisse erzielte wie bei einer historischen VAD-Therapiegruppe (Remissionsrate 27 % vs. 32 %). Unter Dexamethason kam es im Vergleich zu dem VAD-Schema zu einer niedrigeren Remissionsrate (21% vs. 65%).
Keine signifikanten Unterschiede im Hinblick auf das Überleben zeigte der Vergleich einer initialen gepulsten Dexamethason-Therapie mit einer historischen VAD-Kontrollgruppe. (Alexanian et al., 1992). Allerdings war die Monotherapie mit gepulstem Dexamethason weniger toxisch.

Nach gepulster Dexamethason-Therapie kommt es nur zu kurzen Remissionsphasen. Erhaltungstherapien sind zu bevorzugen: Berenson et al. zeigten eine lebensverlängernde Wirkung einer Prednisolonbehandlung in der Erhaltungstherapie (Berenson et al, 1998).

Bei einem mehr disseminierten Rezidiv kann die Erkrankung häufig mit Dexamethason als Monotherapie unter Kontrolle gebracht werden. Dexamethason kann auch als orale Therapie eingesetzt werden, häufig mit weniger Nebenwirkungen als eine Chemotherapie (Multiples Myelom-Handbuch, S. 35) Eine Dexamethason-Monotherapie ist als Zweit- oder Drittlinientherapie besonders bei Patienten mit eingeschränkter Knochenmarksreserve zu empfehlen. (Liebisch et al., 2005)

Kombinationstherapie neuer Medikamente mit Glukokortikoiden

Auch neue Medikamente können erfolgreich mit Glukokortikoiden kombiniert werden. Die Kombination Lenalidomid/Dexamethason beispielsweise ist gut verträglich und zeigt geringe Nebenwirkungen. Die orale Therapie zeigt bei refraktären/rezidivierten Patienten mit Multiplem Myelom ein günstigeres Ansprechen beim ereignisfreien- sowie Gesamtüberleben als mit Dexamethason alleine (Dimopoulos et al., 2005). 30 % der Patienten einer Studie, die auf Thalidomid kein Ansprechen zeigten, erreichten durch zusätzliche Gabe von Dexamethason eine Remission (Dimopoulos et al., 2003). Jannagath (Jannagath et al., 2006) zeigte, dass die Ergänzung einer Bortezomib-Therapie mit Dexamethason bei Patienten, die suboptimal auf Bortezomib ansprachen, die Nebenwirkungen nicht beeinflusste, aber das Ansprechen verbesserte.