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Erhaltungstherapie nach Hochdosistherapie

Interferon-α

Eine Therapie mit alpha-Interferon nach einer Transplantation soll die progressionsfreie Phase verlängern. Interferon-α wurde in den meisten Studien, deren obere Altersgrenze normalerweise bei 65 Jahren lag, eingesetzt, wenn es zu einer hämatologischen Rekonstitution nach autologer Transplantation gekommen war (Femand et al., 1993; Vesole et al., 1994, Bensinger et al., 1995, Barlogie 1997, Guba et al., 1997).

Eine einzige prospektiv randomisierte Studie an 84 Patienten, zeigte zunächst eine längere progressionsfreie Überlebenszeit für eine Interferonerhaltungstherapie nach Hochdosistherapie und autologer Transplantation verglichen mit der Kontrollgruppe (46 vs. 27 Monate im Median) (Berenson et al., 1996). Nach drei Jahren wurde das gleiche Patientenkollektiv wieder analysiert und es gab keine signifikanten Unterschiede zwischen beiden Studienarmen – weder beim progressionsfreien Überleben noch beim Gesamtüberleben. (Straka et al., 2003).
Eine Verlängerung des Gesamtüberlebens unter einer Erhaltungstherapie mit IFN-α zeigte eine retrospektive Auswertung der Daten der European Group for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) (Bjorkstrand et al., 2001).

Durch Anwendung von Interferon-α nach konventioneller Chemotherapie oder Hochdosistherapie wird das Gesamtüberleben gering verlängert. Dieser Vorteil ist nur in großen Metaanalysen zu belegen und muss gegen die ausgeprägten Interferon-Nebenwirkungen abgewogen werden. (Liebisch et al., 2005)

Bisphosphonate

Bisphosphonate haben einen schützenden Effekt auf den Knochen. Die Aminobisphosphonate (Pamidronat, Ibandronat, Zolendronat) wirken nachgewiesenermaßen gegen Tumoren und verlängern das progressionsfreie Überleben. Daher empfehlen alle Studiengruppen eine Langzeittherapie mit Bisphosphonaten nach Hochdosistherapie. Die Bisphosphonate können allerdings in seltenen Fällen zu schweren unerwünschten Wirkungen führen (Kiefernekrose).

Thalidomid

Thalidomid zeigte in neuen Studien einen günstigen Effekt in der Erhaltungstherapie, verglichen mit einer Erhaltungstherapie mit Pamidronat. Bei Thalidomid wurde ein besseres Ansprechen und eine längere Zeit bis zum Rezidiv beobachtet. (Attal et al., 2006) Nachteilig sind die toxischen Effekte, die zum Therapieabbruch führen können. Außerdem kann bei einer Langzeit-Anwendung von Thalidomid ein Myelom-Typ mit höherer Malignität entsteht, was letztlich die Langzeitprognose verschlechtern kann. (Barlogie et al., 2006 a)