cme.medlearning.de - CME Logo

Stammzelltransplantation: Neue Konzepte

Das Auto-Allo-Transplantationskonzept

Nach einer autologen Stammzelltransplantation mit voller Intensität erfolgt eine allogene Stammzelltransplantation nach dosis-modifizierter Konditionierung zur Induktion eines Transplantat-versus-Myelom-Effekts (Einsele, 2003).

Hybrid-Therapie statt allogener Transplantation?

Die Kombination einer Hochdosischemotherapie mit einer autologen Blutstammzelltransplantation, gefolgt von einer allogenen Transplantation nach reduzierter Konditonierung, beruht auf einer Tumorreduktion in Verbindung mit einer immunologischen Therapie. Diese Hybridtherapie wird die allogene Transplantation möglicherweise ablösen und ist aufgrund der geringeren Komplikationshäufigkeit in Studien weiter zu prüfen.

Randomisierte Studien haben den Nutzen einer Tandem-Stammzelltherapie bei Patienten mit Multiplem Myelom ohne CR oder nahezu-CR gezeigt. Rosinol et al. (Rosinol et al., 2005) bestätigten das Konzept der Tandem-auto- oder auto-„mini"-allo-Stammzelltherapie und bestätigten frühere Ergebnisse: günstigere CR-Raten nach 2. allo- als auch 2. auto-Stammzelltherapie.

Nicht-myeloablative allogene Transplantationen werden in Studien geprüft. Derzeit scheint die frühe Auto/mini-Allo der Tandem-Autologen Transplantation nicht überlegen zu sein (Sinha et al, 2006).

Im Vergleich der Tandem-autologen Transplantation mit einer Auto-Allo-Transplantation mit allogener Transplantation nach reduzierter Konditionierung (Auto-„mini“-allo) bei HLA-identischem Spender gibt es widersprüchliche Studienergebnisse. Während einerseits von signifikant schlechterem Überleben nach allogener Transplantation berichtet wird (Moreau et al., 2007), fand eine italienische Gruppe bessere Ergebnisse mit dem Auto-Allo-Konzept (Bruno et al., 2007). Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Patienten mit einem günstigen Risikoprofil eher von einer allogenen Transplantation profitieren als Patienten mit hohem Risiko. (Ludwig et al., 2007)