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Einleitung

Rezidive trotz zahlreicher Therapieoptionen

Trotz zahlreicher neuer Entwicklungen in der Therapie des multiplen Myeloms sind Rezidive meist nicht zu verhindern.
Eine Induktionstherapie mit einer konventionellen Chemotherapie erzielt bei ca. 50 - 70 % der Patienten mit neu diagnostiziertem multiplen Myelom eine Remission. In den meisten Fällen kommt es jedoch zu einem Rezidiv. Etwa 20 % der Patienten befinden sich fünf Jahre nach der initialen Chemotherapie noch in Remission (Alexanian et al., 1994).Mit den neuen Substanzen Bortzomib, Thalidomid und Lenalidomid können die Remissionsraten verbessert werden.
Im Krankheitsverlauf des multiplen Myeloms nimmt die Remissionsdauer nach einer Therapie immer mehr ab: eine Folge der Entwicklung von Resistenzmechanismen des Myelomklons (Abb. 2).

Verbesserte Remissionsrate durch Hochdosistherapie mit Stammzelltransplantation

Eine Steigerung der Rate an kompletten Remissionen konnte durch die Hochdosis-Chemotherapie mit nachfolgender Transplantation hämatopoetischer Stammzellen erreicht werden: von ca. 10 % nach konventioneller Therapie auf 25 - 50 %. Attal et al. (Attal et al. 1992) zeigten einen signifikanten Überlebensvorteil für Patienten nach Hochdosistherapie und autologer Transplantation von Knochenmark im Vergleich zu konventionell behandelten Patienten. Jedoch wurde kein Plateau in der Überlebenskurve erzielt.

Abb. 1: Die Hochdosistherapie mit folgender autologer Stammzelltransplantation verbessert die Remissionsrate von Myelom-Patienten erheblich. Die Dauer des progressionsfreien Überlebens nach der Transplantation hängt entscheidend von dem Erreichen einer kompletten Remission ab. Patienten mit kompletter Remission nach KMT hatten eine 85%ige Wahrscheinlichkeit 24 Monate progressionsfrei zu überleben (nach Attal et al. 1992).

Heute wird die Transplantation autologer Stammzellen aus dem Blut bevorzugt. Eine signifikante Verminderung der Rezidivrate verglichen mit der autologen Stammzelltransplantation kann durch die allogene Transplantation hämatopoetischer Stammzellen erreicht werden, Ursache ist der graft-versus-myeloma-Effekt (Mehta J et al., 1998). Die allogene Transplantation geht jedoch bei myeloablativer Konditionierung mit einer Letalität im Zusammenhang mit der Transplantation von ca. 20 - 50 % einher (Gahrton G et al., 1999).

Typischer Krankheitsverlauf

Die Phasen der Remission werden im Krankheitsverlauf immer kürzer. Der typische Krankheitsverlauf des Multiplen Myeloms ist nachfolgend dargestellt. Eine regelmäßige Nachsorge ermöglicht das frühzeitige Erkennen eines Rezidivs. Präventive und supportive Maßnahmen können die Lebensqualität des Patienten verbessern. Neue Substanzen und Therapiemaßnahmen werden innerhalb von Studien geprüft.

Typischer Krankheitsverlauf beim multiplen Myelom

Abb. 2: Typischer Krankheitsverlauf beim multiplen Myelom
MGUS = monoklonale Gammopathie mit unbestimmter Signifikanz (= benigne, asymptomatische, monoklonale Gammopathie)

Zur Therapie beim refraktären Verlauf, bei Rezidiv oder Krankheitsprogress stehen mehrere Therapieoptionen zur Verfügung, die hier vorgestellt werden sollen.