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Itraconazol: Dosierung und Anwendung

Wirkspektrum und -mechanismus

Itraconazol besitzt ein breites Wirkspektrum unter anderem gegen Hefen (Candida spp.) und Fadenpilze (Aspergillus spp). Wie bei anderen Azolderivaten auch liegt der Wirkmechanismus von Itraconazol in der Inhibition der Cytochrom-P450-14a-Demethylase. Dadurch wird die Sterolbiosynthese in Pilzzellen gehemmt.

Strukturformel Itraconazol

Dosierung

Die übliche Dosierung bei oraler Gabe liegt zwischen 100 und 400 mg täglich. Itraconazol-Kapseln sollten mit einer Mahlzeit eingenommen werden, da dies die Bioverfügbarkeit erhöht. Bei der Einnahme von Kapseln kann davon ausgegangen werden, dass nach ca. 14 Tagen ein steady state erreicht ist. Aufgrund der sehr variablen interindividuellen Bioverfügbarkeit sollte die Suspension den Kapseln bei der Therapie vorgezogen werden.

Bei intravenöser Gabe ist nach einigen Tagen von einem steady state und damit von einem ausreichenden Wirkspiegel auszugehen.

Itraconazol intravenös Dosierung
Tag 1 und 2 2 x täglich 400 mg (jeweils als einstündige Infusion)
Ab Tag 3 200 mg täglich als einstündige Infusion

Bioverfügbarkeit

Die Kapseln weisen eine variable Resorption, ca. 55 %, aus dem Gastrointestinaltrakt auf. Die gemessenen Spiegel betragen nach nüchterner Einnahme nur etwa ein Drittel bis die Hälfte derjenigen, die bei Einnahme zusammen mit einer Mahlzeit gefunden werden. Die Bioverfügbarkeit der oralen Lösung liegt ca. 20 - 25 % über der der Kapseln, sie liegt bei ca. 50 %. Die Lösung sollte wegen besserer Resorption nüchtern eingenommen werden.

Metabolismus

Die Plasmaeiweißbindung beträgt 99,8 %, das Verteilungsvolumen nach intravenöser Gabe bei ca. 800 l. Itraconazol wird durch das P450 3A4 Isoenzym-System metabolisiert. Hauptmetabolit ist Hydroxyitraconazol, das ebenfalls eine biologische Wirksamkeit aufweist.

40 % der Metabolite werden über die Niere ausgeschieden, in den Faeces finden sich ca. 3 - 18 % der Ursprungssubstanz.

Patienten mit Achlorhydrie oder Patienten, die Arzneimittel zur Verminderung der Magensekretion einnehmen, sollten die Kapseln zusammen mit einem Cola-Getränk einnehmen. Die intravenöse Form umgeht diese Probleme. Bis vier Wochen nach Behandlungsende sollte eine Schwangerschaft verhütet werden.