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Caspofungin: Dosierung und Anwendung

Caspofungin liegt zu 97 % an Plasmaproteine gebunden vor. In verschiedenen Tiermodellen wurden die im Verhältnis zur Plasmakonzentration höchsten Organkonzentrationen in Leber, Niere, Darm, gefolgt von Dünndarm, Lunge und Milz gemessen [Haydu AAC 1997]. In Herz, Muskel und Gehirn wurden relativ geringere Konzentrationen erreicht.

Dosierung

Es liegen Ampullen zu 50 mg und zu 70 mg zur Herstellung einer intravenösen Infusion vor.

Caspofungin: Dosierung Startdosis am ersten Behandlungstag Ab dem zweiten Tag
Gewicht < 80 kg 70 mg/d 50 mg/d
Gewicht > 80 kg 70 mg/d 70 mg/d

Empfohlen wird eine Einstiegsdosis (loading dose) von 70 mg/d am ersten Behandlungstag und ab dem zweiten Tag eine Tagesdosierung von 50 mg als jeweils einstündige Infusion. Die loading dose führt am ersten Tag zu Serumspiegeln von > 1 µg/ml, die anderenfalls erst etwa ab dem 3. Therapietag erreicht werden würden. In Europa wird für Patienten mit einem Gewicht > 80 kg eine höhere Dosierung von 70 mg/d empfohlen. Wegen der sehr geringen oralen Bioverfügbarkeit ist die Entwicklung einer oralen Formulierung nach derzeitigem Kenntnisstand nicht beabsichtigt.

Ob höhere Dosierungen, die in bestimmten klinischen Situationen sinnvoll erscheinen können, effektiv und sicher sind, ist derzeit ungeklärt. Die maximale tolerable Dosis ist bislang nicht evaluiert.

Dosierung bei bestimmten Patientenpopulationen

Im Falle einer niedriggradigen Leberfunktionsstörung (Child-Pugh 5 - 6) wurden leicht erhöhte Plasmakonzentrationen für Caspofungin gemessen; eine Dosisanpassung erscheint nicht notwendig. Bei Patienten mit einem Child-Pugh Score von 7 - 9 wurden höhere Plasmakonzentrationen festgestellt, so dass nach einer loading dose von 70 mg eine reduzierte Erhaltungsdosis von 35 mg/d ausreichend erscheint (37). Klinische Erfahrungen bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh-Score > 9) liegen nicht vor. Bei älteren Patienten und bei Vorliegen einer Niereninsuffizienz muss keine Dosisanpassung erfolgen.

Daten zur Pharmakokinetik bei Kindern liegen nur begrenzt vor. Es wird eine auf der Körperoberfläche basierende Dosierung von 70 bzw. 50 mg/m² vorgeschlagen, die jedoch noch nicht abschließend bewertet werden kann (38).

Die Therapie bei einer invasiven Aspergillose sollte mindestens 7 Tage nach Abklingen der Symptome fortgesetzt werden.