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Amphotericin B : Anwendung, Darreichung und Dosierung

Anwendung

Amphotericin B ist zugelassen als Pulverform für die i. v.-Lösung, Tabletten und Suspension (Ampho-Moronal®) (Bristol-Myers Squibb).

Die orale Applikation von Amphotericin B ist aufgrund einer Bioverfügbarkeit unter 5 % nicht sinnvoll. Amphotericin B muss daher intravenös appliziert werden, um wirksame Serum- und Gewebekonzentrationen zu erreichen.

Dosierung

Als Testdosis werden 1,0 mg verabreicht, die tägliche Dosis kann je nach Schwere der Infektion und Therapieziel zwischen 0,5 und 1,0 mg/kg KG betragen oder alternierend jeden zweiten Tag 1,5 mg/kg KG. Die Gabe des Medikaments nur jeden zweiten Tag wird beispielsweise bei eingeschränkter Nierenfunktion durchgeführt. Nach intravenöser Darreichung verteilt sich die Substanz nach einem Mehrkompartimentenmodell, wobei sich die terminale Halbwertszeit auf 24 Stunden bis zu 2 Wochen beläuft.

Organ- und Serumkonzentration

Die höchsten Organkonzentrationen werden in Leber und Milz erreicht. Signifikante Liquorspiegel können nicht erzielt werden, die Konzentration nach i. v.-Infusion beträgt hier 1/10 bis 1/40 der maximalen Serumwerte. Die maximalen Serumkonzentrationen nach Infusion in üblicher Dosierung liegen zwischen 0,5 und 2 µg/ml und korrelieren nicht mit der klinischen Effektivität, d. h. Blutspiegelmessungen sind wenig aussagefähig bezüglich der Gewebekonzentration von Amphotericin B.

Elimination

Der überwiegende Teil des Medikaments wird im Gewebe abgebaut, ca. 30 - 40 % werden über die Galle ausgeschieden und nur geringe Mengen werden renal in mikrobiologisch aktiver Form eliminiert.

Die Eliminationshalbwertzeit im Serum beträgt 18 - 24 Stunden. Amphotericin B wird vorwiegend biliär und fäkal ausgeschieden. Die renale Elimination wird mit maximal 5 % der Dosis pro 24 Stunden angegeben.

Wechsel auf die Lipidformulierung

Kriterien für den Wechsel von konventionellem Amphotericin B auf die Lipidformulierung Amphotericin B liposomal bzw. Amphotericin B-Lipid-Complex (ABLC) sind:

  • ein Anstieg des Serumkreatinins auf  2,0 – 2,5 mg/dl oder
  • es tritt trotz supportiver Maßnahmen eine schwere infusionsassoziierte Toxizität auf (1), wie Schüttelfrost, Fieber, Erbrechen oder schwere Hypotonie.

Vor einer Umstellung auf die Lipidformulierung ist zu klären, ob eine Fortsetzung der Therapie mit Amphotericin B erforderlich ist oder ob eine andere Substanzklasse in Frage kommt (Azole, Echinocandine).