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Wann und was kombinieren?

Der Nutzen einer Kombinationstherapie wird seit Jahren intensiv diskutiert. Es stellte sich aber heraus, dass die Durchführung von prospektiven randomisierten Studie schwierig ist. In diversen Kausistiken wird ein Vorteil zugunsten einer antimykotischen Kombinationstherapie beschrieben. Größere Fallzahlen liegen allerdings noch nicht vor. Eine retrospektive klinische Auswertung einer Kombinationstherapie mit Voriconazol und Caspofungin bei Patienten nach Blutstammzelltransplantation mit einer invasiven Aspergillose ergab ein besseres 3-Monats-Überleben in dieser Hochrisikogruppe im nicht randomisierten Vergleich zu einer Monotherapie mit Voriconazol.

Diese Analyse zum Thema Kombinationstherapie unterstreicht die Notwendigkeit von prospektiven Studien. Die retrospektive Natur dieser Studie lässt nur begrenzte Aussagen zu, ist aber ein wichtiger Schritt für eine Entscheidung zu einer Kombinationstherapie bei Hochrisikopatienten, zumal diese Ergebnisse von einer zweiten Studie bei hämatologischen Patienten bestätigt werden (13, 14).

Mögliche Indikationen

Eine Kombinationstherapie ist als ultima ratio zu erwägen bei Knochenmarks- bzw. Stammzelltransplantation mit disseminierter Aspergillose, da hier die höchste Erreger-assoziierte Letalität (bis über 90%) beobachtet wird.

Mögliche Kombinationen

Kombinationsmöglichkeiten sind vielfältig und bisher kann man keine Kombinationstherapie als klinischen Standard betrachten: Caspofungin und Voriconazol, Amphotericin B und ein Echinocandin, Caspofungin und Itraconazol, sowie liposomales Amphotericin B und Voriconazol (15).