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Radiologische Diagnostik

Die frühe radiologische Diagnostik einer invasiven Aspergillose und die durch die radiologische Diagnostik belegte frühzeitig eingeleitete Therapie stellen den wichtigsten Durchbruch im Behandlungsmanagement der Patienten mit dieser Erkrankung dar. Dies betrifft in erster Linie die radiologische Diagnostik der Lunge zum Nachweis einer invasiven pulmonalen Aspergillose (IPA). Hier muss allerdings auch wieder angemerkt werden, dass dies in erster Linie für hämatologische Patienten während der Phase der Granulozytopenie gilt.

Die hochauflösende Computertomografie (High-Resolution-CT= HR-CT) ist der konventionellen Diagnostik mit einer Thoraxaufnahme in zwei Ebenen deutlich überlegen. Fieber kann in der Granulozytopenie dem Nachweis pulmonaler Infiltrate um bis zu 14 Tage vorausgehen (14).

Das "halo sign"

Die charakteristische Frühform einer invasiven pulmonalen Aspergillose stellt sich im HR-CT als eine milchglasartige Trübung um einen nodulären Herd (Halo-sign) dar (26). Das „halo sign“ ist nicht im konventionellen Röntgen-Thorax zu sehen. Dem „halo sign“ entspricht histopathologisch eine Einblutung oder ein Ödem. Das Halo-sign ist nicht beweisend für eine invasive pulmonale Aspergillose, aber bietet eine starken Hinweis (27, 28).

Halo-Sign im CT bei invasiver pulmonaler Aspergillose

Die Sensitivität des HR-CT beträgt bis über 80 % bei allerdings deutlich geringeren Spezifität (ca. 60%). Der negative prädiktive Wert der Untersuchung ist aber mit 88 % hoch (26), d. h. bei einem unauffälligen HR-CT liegt eine IPA mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht vor. Bei CT-Verlaufskontrollen unter antimykotischer Therapie kann eine Zunahme der pulmonalen Infiltrate in den ersten 7 Tagen auch unter erfolgreicher antimykotischer Behandlung beobachtet werden, dies allein ist kein Grund zum Wechsel der antimykotischen Therapie (29).

Verlauf und Komplikationen

Im weiteren Verlauf (nach 1-2 Wochen) der IPA geht das „halo sign“ bei der Mehrzahl der Patienten zurück (29). Die Entwicklung einer Einschmelzung mit Luftsichel im Bereich dieser pulmonalen Raumforderung (so genanntes „air crescent“ - Zeichen) weist auf eine sich entwickelnde Kaverne hin (29, 30). Dieses Zeichen ist typisch für eine fortgeschrittene Form der IPA.

"air crescent" - Zeichen im CT bei invasiver pulmonaler Aspergillose

Das Auftreten pulmonaler Komplikationen (Hämoptysen, Pneumothorax) wurde im zeitlichen Zusammenhang mit einer schnellen Regeneration der Neutrophilen beschrieben (31).

Bei Verdacht auf eine zerebrale Aspergillose oder mykotische Sinusitis ist eine Untersuchung mittels CT oder NMR anzuraten.

Schädel-CT bei Aspergillus-Sinusitis (links) und ZNS-Aspergillose (rechts)

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