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Laborbefunde

Aspergillus-Antigen-Test (Galactomannan-Test)

Der einzige gut untersuchte Antigentest ist der Nachweis von Aspergillus-Galactomannan (GM) mit dem Aspergillus-Platelia-Elisa. Dieser Test weist niedrige Konzentrationen von Galactomannan nach, einen Hauptbestandteil der Zellwand des Pilzes, ist allerdings nicht spezifisch für Aspergillus-Spezies. Der Nachweis von Galactomannan ist aus Serum, Liquor oder bronchoalveolärer Lavage-Flüssigkeit möglich. Bei Hochrisikopatienten kann die Infektion durch ein Screening, d. h. seriell (mindestens zweimal pro Woche) abgenommene Seren, vor dem Auftreten klinischer oder radiologischer Zeichen erkannt werden.

Bei serieller Anwendung kann der positive Galactomannan-Test der Diagnose einer invasiven Aspergillose um bis zu 6-14 Tage vorausgehen. Es konnte sehr überzeugend in einer Studie aus Belgien gezeigt werden, dass bei engmaschigem GM-Monitoring zusammen mit regelmäßiger Durchführung von CT-Untersuchungen bei hämatologischen Patienten in der Granulozytopenie nach Chemotherapie mit hoher diagnostischer Sicherheit invasive pulmonale Aspergillosen nachgewiesen werden konnten.

Ein Problem ist, dass Kreuzreaktionen vorkommen können, wenn der Patient z. B. Betalaktam-Antibiotika (Piperacillin/Tazobactam) erhält und auch bei anderen Fadenpilzinfektionen positiv ausfallen kann. Weitere Einschränkungen sind, dass der Galactomannan-Test bei Patienten nach Transplantation solider Organe (Lunge, Leber) und bei Kindern ungeeignet zu sein scheint, da er hier nur eine niedrige Sensitivität (ca. 66 %) aufweist und bei bis zu 20 % der Proben zu einem falsch-positiven Testergebnis kommt.

Nachweis mit der Polymerase-Kettenreaktion (PCR)

Die bisher publizierten PCR-Tests können je nach Ansatz sowohl die DNS einzelner Aspergillus-Spezies als auch der Art Aspergillus nachweisen. Der Vorteil dieser Methode ist, dass es möglich ist, Pilz-DNS sowohl aus Körperflüssigkeiten als auch aus (selbst konservierten) Gewebeproben nachzuweisen. Ein Problem des PCR-Nachweises ist die mangelhafte „Standardisierung“, d. h. es gibt diverse sogenannte „in house“-Methoden, die aber an einzelne Labore gebunden sind.

Die besten Daten liegen, ähnlich für den Nachweis von Galactomannan-Antigen, für das Monitoring von hämatologischen Patienten als auch für die Diagnostik einer invasiver pulmonalen Aspergillose aus BAL-Flüssigkeit vor. Hier konnte mit unterschiedlichen Methoden eine hohe diagnostische Sensitivität und Spezifität gezeigt werden. Bei kombinierter Verwendung einer Testung auf Aspergillus-Galactomannan und Aspergillus-DNS lässt sich die diagnostische Sicherheit (bei hämatologischen Patienten) erhöhen.