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Diagnostische Möglichkeiten

Histologie und Kultur

Da die invasive Aspergillose eine lebensbedrohliche Erkrankung darstellt, ist eine frühzeitige Diagnose wichtig. Die eindeutige Diagnose einer invasiven Aspergillose ist nur über eine histologische Untersuchung von Biopsiematerial zusammen mit einer mykologischen Kultur möglich, gestaltet sich aber im Alltag oft schwierig, weil wegweisende spezifische klinische und radiologische Zeichen häufig fehlen und daher die Gewebediagnostik nicht durchgeführt wird oder aus unterschiedlichen Gründen nicht durchgeführt wird.

Histopathologischer Nachweis

Kultureller Nachweis

Die Diagnosesicherung mit invasiven Maßnahmen (Gewebebiopsie) ist daher immer anzustreben.

Positive Kulturen mit Nachweis von Aspergillus-Spezies aus Proben des unteren Respirationstrakts sind zudem nicht zwingend beweisend für eine Erkrankung (invasive Aspergillose): Die Unterscheidung zwischen Infektion, Kolonisation und Kontamination muss immer in Betracht gezogen werden. Lediglich bei granulozytopenischen Patienten ist der positive Nachweis von Aspergillus in der bronchoalveolären Lavage zu >50% prädiktiv auf eine invasive Aspergillose. Sputum allein ist nur wenig aussagekräftig, da hier die Kontaminationsgefahr sehr hoch sein kann.

Labortests

Untersuchungen mit indirekten Methoden wie dem Aspergillus-Antigennachweis (insbesondere Nachweis von Galactomannan) oder der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) sind für die klinische Entscheidungsfindung, ob eine invasive Aspergillose vorliegt oder nicht, sehr hilfreich, können die Histologie und Kultur aber nicht ersetzen und sind somit nicht beweisend für eine Erkrankung. Darüber hinaus sind diese Techniken bisher nur bei hämatologischen Patienten ausreichend untersucht worden. Hinzu kommt, dass die derzeit verfügbaren PCR-Systeme den Nachteil haben, dass sie nicht standardisiert sind und von der Expertise des jeweiligen Labors abhängen.