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Erscheinungsformen der invasiven Aspergillose und Abgrenzung

Invasive Aspergillose

Hauptmanifestationsorte der Erkrankung sind

  • die Lungen (80 - 90%),
  • die Nasennebenhöhlen (5 - 10%) und
  • das ZNS (5 - 40%) (11, 12).

Am bedrohlichsten ist der ZNS-Befall. Mehrere Organsysteme können gleichzeitig betroffen sein. Nur in Einzelfällen wurden Hautinfiltrate, Knochen- oder Endokardinfiltrationen durch Aspergillen beobachtet. Die invasive Aspergillose ist abzugrenzen von der chronischen pulmonalen und der allergischen bronchopulmonalen Aspergillose (13).

Chronisch-pulmonale Aspergillose

Bei der chronisch-pulmonalen Aspergillose handelt es sich um eine subakute Verlaufsform der Aspergillose, von der oft weniger immungeschwächte Patienten betroffen sind. Es kommt nach Monaten zu nodulären Herden und teilweise Kavernenbildungen mit Lufteinschluss (so genanntes Luftsichelzeichen im CT-Thorax) in der Lunge, später zur Entwicklung von Aspergillomen – kugelig gewachsene Myzelien in einer Körperhöhlung -, mit Husten, Gewichtsverlust, Thoraxschmerzen und Fieber. Die chronisch-pulmonale Aspergillose muss in der Regel lebenslang behandelt werden. Wirksam sind Itraconazol, Voriconazol, Posaconazol und Amphotericin B.

Allergische bronchopulmonale Aspergillose

Die allergische bronchopulmonale Aspergillose geht mit einer schweren Dilatation der langen und schmalen Atemwege einher und führt zu Asthma-ähnlichen Symptomen wie chronischen Entzündungen der Bronchien. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Lungenfibrose kommen. Nach derzeitiger Vorstellung ist hier ist ein Cortison-Präparat das Mittel der Wahl. Eine antimykotikotische Therapie wird aber zunehmend als wirksame Behandlung (Itraconazol) diskutiert.