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Erreger und Epidemiologie

Erreger

Aspergillus spp sind Schimmelpilze, die natürlich und ubiquitär vorkommen, z. B. in Getreidelagern oder Komposthaufen und Abfalltonnen, Heustöcken, aber auch als Kontamination bei einigen Nahrungsmitteln wie Tee, Pfeffer oder Nüssen. Erkrankungen beim Menschen werden hauptsächlich durch Aspergillus fumigatus, A. flavus und A. niger verursacht. Andere Spezies, z. B. A. terreus oder A. nidulans spielen eine untergeordnete Rolle.

A. fumigatus

Pilzinfektionen sind eine schwer wiegende Komplikation infolge der Behandlung von hämatologischen Systemerkrankungen. Dabei entfallen etwa 30 - 40 % auf Aspergillus spp (2, 3).

Inzidenz

Die Inzidenz infektiöser Komplikationen durch Aspergillus spp. ist im Bereich von hämatologischen Neoplasien (in erster Linie akuten Leukämien) oder nach Transplantationen seit den 80er Jahren ansteigend (4, 5).

Eine invasive Aspergillose tritt in bis zu 20 % bei der Behandlung von hochmalignen hämatologischen Neoplasien oder nach allogener Stammzelltransplantationen auf. Eine besondere Häufigkeit an invasiven Aspergillosen findet sich bei Patienten mit akuter Leukämie, vor allem bei älteren Patienten (> 60 Jahre) und im Erkrankungsrezidiv. Die Prognose ist bei Patienten mit dieser Grunderkrankung besser als bei Patienten mit Transplantation.

Bei Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphomen ist durch den zunehmenden Einsatz von monoklonalen Antikörpern (anti-CD20 = Rituximab, anti-CD52 = Alemtuzumab) ein Anstieg der invasiven Aspergillose erwartet worden, aber bislang kaum beobachtet worden. Hingegen wird ein Anstieg von invasiven Aspergillosen bei rheumatologischen Krankheitsbilder beobachtet, die mit monoklonalen Antikörper (z.B. Infliximab) behandelt wurden.

Unter den Transplantationen von soliden Organen tritt die invasive Aspergillose am häufigsten nach einer Lungentransplantation auf.

Letalität

Die Letalität bei gesicherten systemischen Infektionen durch Aspergillus spp beträgt unter einer Behandlung mit konventionellem Amphotericin B bis über 90 %, abhängig von der Lokalisation (6). Die Sterblichkeit beim Nachweis einer invasiven Aspergillose nach Stammzelltransplantation beträgt über 50 % und kann nach einer Lungentransplantation 20 % und nach einer Herztransplantation bis zu 67 % betragen (7).

Mit den neueren Substanzen (z. B. Voriconazol) ist die erkrankungsassoziierte Letalität inzwischen deutlich geringer und diese sollten Amphotericin B in der Therapie der ersten Wahl ersetzen (8). Ferner haben transplantationsbedingte therapeutische Maßnahmen zu einer Abnahme von invasiven Aspergillosen geführt.