Fazit
Neuere Untersuchungen weisen mit ca. 27,5% auf eine wesentlich höhere Prävalenz der Hypophyseninsuffizienz nach einem Schädel-Hirn-Trauma hin als bisher angenommen.
Wer sollte untersucht werden?
- Alle Patienten mit einem mittelschweren oder schweren Schädel-Hirn-Trauma
- Patienten mit einem leichten Schädel-Hirn-Trauma und klinischen Zeichen einer Hypophyseninsuffizienz
Was sollte akut untersucht werden?
- Basales Hormonscreening: Morgendliches Nüchtern-Cortisol
Was sollte in der stabilen Phase untersucht werden?
- Basales Hormonscreening 3 Monate nach Trauma: TSH, fT4, Cortisol (morgens), Testosteron/Östradiol, LH, FSH, insulin-like growth factor-I (IGF-I), TSH, Prolaktin
- Überprüfung der somatotropen und kortikotropen Achse in der Regel mit einem dynamischen Test
- Wiederholung des Screenings 12 Monate nach Trauma
Welche Konsequenzen ergeben sich?
- Akut: Im Falle einer kortikotropen Insuffizienz Substitution mit Hydrocortison
- Im Verlauf: Substitution der Schilddrüsen- und Sexualhormone unter Beachtung der Kontraindikationen; Entscheidung zur Wachstumshormon-Substitution auf individueller Basis
