cme.medlearning.de - CME Logo

Compliance fördern: Was das Team tun kann

Für Ärzte und Behandlungsteam ist es wichtig zu verstehen, warum Patienten therapeutische Anweisungen nicht befolgen. Nur mit einem besseren Verständnis für die Situation des Patienten können geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Compliance eingeleitet werden.

Zu den Möglichkeiten, Compliance im Rahmen der Patientenbetreuung zu fördern, liegt eine vergleichsweise geringe empirische Evidenz vor (29). Dennoch lässt sich aus Studienergebnissen schließen, welche Maßnahmen es Ärzten ermöglichen, die Compliance ihrer Patienten zu verbessern.

Information und Schulung

Aus Patientensicht zahlt sich eine gewissenhafte Information aus. So gaben in einer schwedischen Studie Asthmapatienten primärärztlicher Zentren an, sich eher an die Anweisungen des Arztes zu halten, wenn sie das Gefühl hatten, gut informiert und geschult zu sein (40). Vergleichbare Ergebnisse fanden sich bei der Untersuchung anderer Patientenkollektive (40, 41). Eine wichtige Rolle spielen dabei strukturierte Patientenschulungen. Untersuchungen zeigen, dass Schulungen den Gebrauch von Langzeittherapeutika verbessern können (29). In einer Schulung können Faktoren und Bedenken angesprochen werden, die sich ungünstig auf die Compliance auswirken. Dazu zählt die Angst vor Nebenwirkungen oder gar vor Abhängigkeit bei einer Langzeittherapie.

Außerdem kann der Patient im Rahmen einer Schulung die Ernsthaftigkeit seines Leidens erkennen. Adams et al. (42) zeigten, dass Patienten, die akzeptieren, dass sie an Asthma erkrankt sind und dass Asthma eine chronische Erkrankung darstellt, auch eine bessere Compliance aufweisen.

Kommunikation zwischen Team und Patient

Laut Petermann (43) ist es notwendig, vor allem chronisch Kranken mehr Verantwortung beim Krankheitsmanagement zu übertragen. Interventionen, die auf die Bedürfnisse des Patienten eingehen und die Kommunikation zwischen Behandlungsteam und Patient im Sinne eines patientenorientierten Handelns verbessern, können die Compliance fördern (44). Dabei wird der Compliance inhaltlich ein interaktives Modell zu Grunde gelegt, das den wechselseitigen Austausch zwischen Arzt und Patient beinhaltet und auf Therapiekooperation zielt.

Compliance: vom direktiven zum interaktiven Modell

Abb. Compliance: vom direktiven zum interaktiven Modell; nach (43)

 

Wichtig ist es, dem Patienten das Gefühl zu vermitteln, vom Behandlungsteam gehört und verstanden zu werden. Patienten, die mit der ärztlichen Betreuung zufrieden sind, halten sich besser an die ärztlichen Anweisungen.

Wichtige Themenfelder im Gespräch mit Patienten

  • Asthma oder COPD als chronische Erkrankungen, die einer dauerhaften Therapie bedürfen.
  • Erkrankung muss auch dann behandelt werden, wenn keine Symptome vorliegen.
  • Aufklärung über Wirksamkeit, Vorteile und Nebenwirkungen der Therapie.
  • Psychologische Gründe einer ungenügenden Compliance.

Allerdings ist eine patientenzentrierte Beziehung in der Praxis oft schwer zu realisieren, weil sich viele Patienten im Gespräch mit dem Arzt passiv verhalten und sich nicht aktiv an der Therapieentscheidung beteiligen (40). Umso wichtiger ist es für den Arzt und das Behandlungsteam, den Patienten aktiv einzubinden und seine Meinung einzuholen oder einzufordern.

Einfache Therapieregimes

Je komplexer sich eine Therapie gestaltet, desto weniger halten sich Patienten an die Anweisungen ihres Behandlungsteams. Daher können Interventionen darauf abzielen, die Einnahme von Medikamenten und/oder das Therapieregime selbst zu vereinfachen (8).

Die Einnahme von Medikamenten kann vereinfacht werden durch:

  • Einfache, schriftliche Anweisungen zur Einnahme bzw. Anwendung einer Medikation
  • Verschreibung von Kalenderpackungen
  • Einfache und sichere Durchführung der Therapie

Klare Therapieanweisungen verbessern das Verständnis für die Behandlung und damit die Compliance (45). Werden wichtige Informationen am Anfang der Behandlung häufiger wiederholt, kann sich der Patient eventuell später besser daran erinnern (46). Zudem sollten andere, an der Betreuung der Patienten Beteiligte, in das Gespräch mit dem Patienten und in seine Führung miteingebunden werden.

Für die einfache Durchführung der Therapie kommt es bei Asthma- und COPD-Patienten nicht zuletzt auch auf das geeignete Inhalationsgerät und die dafür erforderliche Inhalationstechnik an. mehr dazu ...