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Stent-Thrombose

Im Jahr 2006 begann eine Diskussion zur Sicherheit von Wirkstoff-freisetzenden Stents. Hintergrund sind Studien, die über eine tendenziell erhöhte Rate später Stent-Thrombosen bei Patienten mit Wirkstoff-freisetzenden Stents im Vergleich zu reinen Metall-Stents berichten.

Genese

Wirkstoff-freisetzende als auch reine Metall-Stents stellen einen potenziell thrombogenen Fremdkörper im Koronargefäß dar.
Zu den klassischen Prädiktoren für eine Stentthrombose zählen (53-56):

  • nicht voll expandierte Stents;
  • Dissektionen;
  • anatomische Gegebenheiten (Bifurkationen, einschließlich distale Hauptstammstenosen);
  • ungenügendes Ansprechen oder zu frühes Absetzen der antithrombotischen Therapie;
  • Diabetes mellitus;
  • akutes Koronarsyndrom;
  • chronische Niereninsuffizienz;
  • vorausgegangene Brachytherapie.

Zudem wird bei den Wirkstoff-freisetzenden Stents über weitere Ursachen, z.B. eine verzögerte Endothelialisierung der Stents, diskutiert (57).
Die meisten Stentthrombosen treten akut (am ersten Tag) oder subakut (innerhalb der ersten 30 Tage) auf, daneben kann es aber auch zu späten (nach Tag 30) Stentthrombosen kommen (58).

Definition

Die in den Studien zugrundegelegte Definition der "Stent-Thrombose" unterschied sich zunächst erheblich, was die Vergleichbarkeit der Daten aus unterschiedlichen Studien und Registern stark einschränkte.
2006 entwickelte das Academic Research Consortium (ARC) eine einheitliche Definition. Diese unterscheidet zwischen gesicherten, wahrscheinlichen und möglichen Stent-Thrombosen (59):

  • Gesicherte Stent-Thrombose:
    Angiographischer Nachweis eines Stent-Thrombus in Kombination mit Symptomen eines akuten Koronarsyndroms
    oder
    pathologischer Nachweis eines Stent-Thrombus bei der Obduktion
    oder
    histologischer Nachweis eines Stent-Thrombus bei Gewebsanalyse nach Thrombektomie.
  • Wahrscheinliche Stent-Thrombose:
    Jeder ungeklärte Todesfall innerhalb der ersten 30 Tage postinterventionell
    oder
    jeder Myokardinfarkt, der durch eine Ischämie im Zielgefäßgebiet ausgelöst wurde, ohne angiographischen Nachweis und bei fehlender anderer Ursache.
  • Mögliche Stent-Thrombose:
    Jeder ungeklärte Todesfall zwischen dem 30. Tag postinterventionell und dem Ende der Nachbeobachtungszeit.