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Diabetes mellitus

In vielen Studien waren Wirkstoff-freisetzende Stents reinen Metall-Stents auch in der Diabetiker-Subgruppe signifikant überlegen (47). Insgesamt sind allerdings nur wenige Daten zum Einsatz Wirkstoff-freisetzender Stents bei Diabetikern aus klinischen Studien mit ESC-Qualitätsstandard verfügbar. Daher empfiehlt die ESC den Einsatz von Wirkstoff-freisetzenden Stents bei Insulin-pflichtigen Diabetikern mit dem Evidenzgrad IIa C.

Taxus™-Subgruppenanalyse

In einer Metaanalyse aus TAXUS II, IV, V und VI (24,94) mit Daten von 814 Diabetikern (davon 256 insulinpflichtig) fand sich bezüglich aller angiographischen und klinischen Endpunkte ein signifikanter Wirkungsvorteil in der Gruppe der Diabetiker, die einen Taxus™-Stent erhalten hatten. Die Revaskularisationsrate an der Läsion reduzierte sich in der Diabetes-Subgruppe im Vergleich zum reinen Metall-Stent um mehr als die Hälfte und zwar sowohl für nur mit oralen Antidiabetika eingestellte als auch für insulinpflichtige Diabetiker.

Abb.: Raten an Target Lesion Revascularisation (TLR) bei Diabetikern aus der TAXUS-Metaanalyse (47)

Abb.: TLR-Raten bei Diabetikern aus der TAXUS-Metaanalyse (47).

Dieser signifikante Vorteil für den Taxus™-Stent war in der TAXUS-Metaanalyse auch nach 4 Jahren unverändert hoch (48). Dies galt sowohl für oral behandelte Diabetiker (Metall-Stent 25,7% vs. Taxus™ 12,3%, p<0,0001) als auch für insulinpflichtige Diabetiker (Metall-Stent 23,3% vs Taxus™ 13,6% p=0,014).

Cypher™-Subgruppenanalyse

Die Cypher™-Subgruppenanalyse (RAVEL, SIRIUS, C-SIRIUS, E-SIRIUS, DIABETES, DECODE) (49) erbrachte für den Sirolimus-eluierenden Stent ähnliche Ergebnisse: Von allen einbezogenen Patienten hatten 627 einen Diabetes mellitus, 152 davon waren insulinpflichtig. In der Diabetiker-Gruppe, die einen Sirolimus-eluierenden Stent erhalten hatte, fanden sich signifikante Vorteile hinsichtlich der nach 8 Monaten evaluierten angiographischen sowie der nach 12 Monaten als klinische Endpunkte evaluierten kardiovaskulären Ereignisse und Revaskularisationsraten. Für insulinpflichtige Diabetiker konnte allerdings kein signifikanter Vorteil in der Gruppe mit Sirolimus-eluierendem Stent im Vergleich zur Metall-Stent-Gruppe nachgewiesen werden. Allerdings ist aufgrund der geringen Fallzahl (n=152) ein statistisches Problem wahrscheinlich.
Jüngst wurden noch zwei weitere Metaanalysen mit 428 (50) bzw. 1.411 (51) Diabetikern vorgestellt. In einer Analyse zeigte sich eine signifikant höhere Mortalität in der Diabetiker-Gruppe, die einen Cypher™-Stent erhalten hatte. In der TAXUS Metaanalyse war dieses Phänomen nicht zu beobachten (52).

Fazit

Diabetiker profitieren wie alle anderen Patienten von der Halbierung der Revaskularisationsraten durch den Einsatz von Wirkstoff-freisetzenden Stents.
Die verfügbaren Daten sind momentan statistisch noch nicht ausreichend, um einen Vorteil für Taxus™ oder Cypher™ zu belegen.
Diabetiker sollten bevorzugt mit Wirkstoff-freisetzenden Stents behandelt werden, da sie überwiegend kleine Gefäßdiameter und längere Läsionen aufweisen – beides Risikofaktoren für Restenosen und somit auch Revaskularisierungen.