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Koronarintervention im Vergleich

Perkutane Koronarintervention versus Thrombolyse

Beim ST-Strecken-Hebungs-Infarkt (STEMI) stellt die Thrombolyse lediglich innerhalb der ersten drei Stunden nach Symptombeginn eine Alternative zur perkutanen Koronarintervention dar. Wie die ESC-Leitlinien anhand randomisierter Studien belegen, fallen jedoch die klinischen Ergebnisse nach primärer Koronarintervention besser aus als nach Thrombolyse (3). Zusätzlich liegen das Schlaganfallrisiko und insbesondere das Risiko für eine zerebrale Blutung nach primärer Koronarintervention signifikant niedriger als nach Lysetherapie. Daher ist – sofern verfügbar – auch innerhalb der ersten drei Stunden nach Symptombeginn die Koronarintervention eine vorteilhafte Methode.
Bleibt die Thrombolyse innerhalb 60 Minuten erfolglos, sollte entsprechend der ESC-Leitlinien der Patient einer Katheterintervention zugeführt werden (3). Auch nach erfolgreicher Thrombolyse ist innerhalb 24 Stunden eine Koronarangiographie unter Interventionsbereitschaft indiziert (3). Die Thrombolyse ist demnach nicht als endgültige Therapie des STEMI anzusehen.

Abb.: Perkutane Koronarintervention versus Thrombolyse: Metaanalyse, 30-Tage Follow-up mit 23 Studien, 7733 Patienten, davon 3872 Koronarintervention, 3867 Lyse

Abb.: Perkutane Koronarintervention versus Thrombolyse. Metaanalyse. 30-Tage Follow-up mit 23 Studien, 7.733 Patienten, davon 3.872 Koronarintervention, 3.867 Lyse (reMI = Re-Myokardinfarkt)(8)

Perkutane Koronarintervention versus Bypass-Operation

Nach der „Nationalen Versorgungsleitlinie chronische KHK“ sollte bei linkskoronarer, signifikanter (> = 50 %) Hauptstammstenose sowie bei Dreigefäßerkrankung eine operative Revaskularisation angestrebt werden (12). Patienten, die inoperabel sind oder nach sorgfältiger Aufklärung eine operative Revaskularisation ablehnen, kann alternativ eine perkutane Koronarintervention empfohlen werden. Laufende Studien zum Einsatz von Wirkstoff-freisetzenden Stents bei Mehrgefäßerkrankungen könnten die Indikation zur perkutanen Koronarintervention (PCI) bei diesem Klientel erweitern.