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Einleitung

Katheterbehandlung – ein Meilenstein in der Therapie von KHK und Herzinfarkt

Die erste Rechtsherzkatheterisierung im Jahr 1929 wurde durch den deutschen Mediziner Werner Forßmann im Selbstversuch durchgeführt. Nach Weiterentwicklung der Technik im 20. Jahrhundert gehört die Herzkatheteruntersuchung heute zu den Standardmethoden in der Diagnostik und Therapie u.a. der Koronaren Herzkrankheit (KHK).

Problem: Restenose

Bis in die 80er Jahre hinein wurden im Rahmen der perkutanen koronaren Intervention (PCI) lediglich Ballondilatationen der Koronarien durchgeführt. In der Folge traten häufig Restenosierungen auf. Der Pathomechanismus der Restenose nach Ballondilatation ist ein chronisches Recoil in Kombination mit einer überschießenden Intimahyperplasie. Im Jahr 1986 wurde erstmals ein reiner Metall-Stent (bare metal stent, BMS) durch Ulrich Sigwart in ein menschliches Koronargefäß implantiert, was zur Verhinderung des chronic recoil führt und somit die Restenose signifikant im Vergleich zur konventionellen Ballondilatation senkt – ein Meilenstein in der Geschichte der Koronarintervention. Bei rund einem Viertel der Patienten traten dennoch innerhalb kurzer Zeit Restenosen infolge überschießender Intimahyperplasie auf.
Dies führte zur Entwicklung der Wirkstoff-freisetzenden Stents – der drug eluting stents (DES). Diese sind in der Lage, die Bildung der Restenose-auslösenden Neointima zu verzögern. Seit dem Jahr 2002 finden sie in Deutschland zunehmend Verbreitung.

Zahlen aus dem Herzbericht

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems stellen nach wie vor in Deutschland die häufigste Todesursache dar. Im Jahr 2003 gab es in Deutschland insgesamt 820.874 stationäre Fälle einer ischämischen Herzerkrankung sowie 190.993 akute Herzinfarkte, wie aus dem Herzbericht 2004 ersichtlich (1).

Abb.: Sterbeziffer (Zahl Gestorbener pro 100.000 Einwohner) 1990 - 2004

Wie im Herzbericht (2) dokumentiert, wurden im Jahr 2005 772.137 Linksherz-katheter-Untersuchungen erbracht, davon waren 270.964 perkutane Koronarinterventionen. Von den 230.580 Interventionen mit Stentimplantation lag der Anteil der Wirkstoff-freisetzenden Stents bei 28%. In der Therapie zeigt sich eine Trendverschiebung weg von der Bypass-Operation hin zur Katheterintervention.

Therapeutische Optionen bei KHK

Grundsätzlich stehen bei der KHK neben konservativen vor allem medikamentöse Methoden sowie Änderungen des Lebensstils, daneben die perkutane Koronarintervention sowie die Bypassoperation zur Verfügung. Diese kommen je nach klinischem Bild, Ergebnis der apparativen sowie laborchemischen Diagnostik und den therapeutischen Möglichkeiten sowie unter Berücksichtigung des Wunsches des Patienten zum Einsatz.