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Therapiebeispiel 1:
Ipp-Patient im Frühstadium der Erkrankung

Horst F., 62 Jahre

Patient Horst F.

Kraftfahrer Horst F. ist 62 Jahre alt und hat eine ungesunde Lebensweise. Er ist übergewichtig, raucht und trinkt regelmäßig Alkohol. Er leidet an Hypertonie. Er ist heute für einen allgemeinen Check in der Praxis.

Im Gespräch stellt sich heraus, dass Horst F. an schmerzhaften Erektionen leidet.

Die Diagnose bei Patient Horst F. ist gestellt:

  • Ipp im Frühstadium
  • nicht-kalzifizierte Plaques
  • schmerzhafte Erektionen
  • leichte Deviation
  • Geschlechtsverkehr möglich

Frage: Welche Therapieschritte wird Dr. Schmidt dem Patienten Horst F. empfehlen?

  • orale Therapie mit Kalium-4-aminobenzoat
  • intraläsionale Therapie z.B. Verapamil
  • orale Schmerztherapie
  • topische Schmerztherapie
  • ESWT
  • Iontophorese
  • operative Korrektur

Dr. Schmidt entscheidet sich für folgende Therapieoptionen:

Grüner OK-Haken

Orale Therapie mit Kalium-4-aminobenzoat

Die orale Therapie mit Kalium-4-aminobenzoat kann die Progression der Deviation verhindern. Kalium-4-aminobenzoat ist der einzige Wirkstoff, der für die Ipp zugelassen ist (Zulassung: Verhinderung der Deviationsprogression).
Der Patient Horst F. wird durch die leichte Verbiegung des Penis nicht wesentlich in seiner Sexualität beeinträchtigt. Geschlechtsverkehr ist möglich. Ein Progressions-Stopp ist für den Patienten ein akzeptables Therapie-Outcome.
Durch die Therapie mit Kalium-4-aminobenzoat ist kein Rückgang der Deviation zu erwarten. Dr. Schmidt klärt den Patienten auf, dass es bei etwa 12% der Patienten zu Spontanremissionen kommt1, 2.

rotes x

Orale Schmerztherapie

Inwieweit Kalium-4-aminobenzoat auch einen positiven Effekt auf schmerzhafte Erektionen hat, ist umstritten. Dr. Schmidt verordnet seinem Patienten zusätzlich noch ein Schmerzmittel.

Grüner OK-Haken

Intraläsionale Therapie
Die minimal-invasive intraläsionale Therapie kommt grundsätzlich für den Patienten in Frage. Da Horst F. nur eine leichte Verbiegung aufweist und ein Progressions-Stopp für ihn ein akzeptables Therapie-Outcome ist, entscheidet sich Dr. Schmidt für die orale Therapie.

rotes x

Iontophorese
Die Iontophorese kommt grundsätzlich für den Patienten in Frage. Allerdings ist der Stellenwert des Verfahrens in der Therapie der Ipp noch unklar. Da Horst F. nur eine leichte Verbiegung aufweist und ein Progressions-Stopp für ihn ein akzeptables Therapie-Outcome ist, entscheidet sich Dr. Schmdit für die orale Therapie.

rotes x

Schmerzbehandlung mit ESWT
Die ESWT kommt zur Schmerzreduktion grundsätzlich für den Patienten in Frage. Im ersten Schritt entscheidet sich der Arzt jedoch für die Gabe eines oralen Schmerzmedikaments.

Operative Korrektur
Eine Operation ist bei Patienten in der chronischen Erkrankungsphase angezeigt, denen der Geschlechtsverkehr aufgrund der Ipp nicht mehr möglich ist. Horst F. ist in der akuten Erkrankungsphase und in seiner sexuellen Funktion nicht übermäßig eingeschränkt. Eine Operation ist nicht angezeigt.

Quellen:

  1. Mulhall JP et al. Subjective and objective analysis of the prevalence of Peyronie‘s disease in a population of men presenting for prostate cancer screening. J Urol 2004; 171(6 Pt 1): 2350-3
  2. Mulhall JP et al. An analysis of the natural history of Peyronie's disease. J Urol 2006; 175:2115-8

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