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Objektive Verifizierung der Penisdeviation

Horst F., 62 Jahre

Patient Horst F.

In der Praxis haben viele Patienten stärkere Verbiegungen als der Beispielpatient Horst F., wenn sie zum Arzt kommen. Empfohlen wird die objektive Verifizierung der Penisdeviation durch den Arzt:

  • Autofotografie durch den Patienten. Die Autofotographie des erigierten Penis durch den Patienten kann eine adäquate Methode sein, um das Ausmaß der Penisdeviation zu beurteilen1. Der Patient sollte auf die Technik nach Kelami hingewiesen werden (Aufnahmen in drei Perspektiven: von oben, von der Seite, von vorne)2.
  • Die intrakavernöse Injektion von vasoaktiven Substanzen (z.B. Prostaglandin) ermöglicht sowohl die Diagnose der Deviation als auch der Erektionsqualität. Rigidität, Verkrümmungsgrad, distale Flaccidität (reduzierte Steifigkeit jenseits der Plaques) oder auch andere Deformationen wie das Sanduhrphänomen können beurteilt werden2. Sanduhrphänomene sind Einschnürungen des Penis, die durch sich gegenüberliegende Plaques entstehen. Häufig sind Sanduhr-Deformationen mit einem distalen Rigiditätsverlust jenseits der Einschnürung verbunden. Insbesondere, um komplexere Deviationen diagnostizieren zu können, ist die künstliche Erektion hilfreich3. In solchen Fällen bietet sich die Überweisung an einen Ipp-erfahrenen Urologen/Andrologen an.
  • In der farbkodierten Duplexsonografie, kann der Blutfluss in den penilen Gefäßen kontrolliert und eine begleitende ED erkannt werden, an der viele der Ipp-Patienten leiden3.

 

Ob der Arzt die Autofotografie beim jeweiligen Patienten als ausreichend erachtet oder weitergehende Diagnostik unter künstlicher Erektion für nötig befindet, bleibt Einzelfallentscheidung.

Quellen:

  1. Wespes E et al. Guidelines on Penile Curvature. European Association of Urology 2012, Feb, 2012
  2. Hauptmann A et al. Induratio penis plastice (Ipp), Diagnostik und Therapie. Urologe 2011;50:609-20
  3. Ralph D et al. The Management of Peyronie‘s Disease: Evidence-based 2010 Guidelines. J Sex Med 2010;7:2359-74

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