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Einleitung

Die Induratio penis plastica (Ipp), die erworbene Penisverkrümmung, gehört im Praxisalltag zwar eher zu den "exotischeren“ Diagnosen, mit einer Prävalenz von bis zu 9% aber keinesfalls zu den seltenen Erkrankungen1, 2.

Trotz der medizinischen Relevanz ist die Datenlage zur Ipp eher dürftig. Die Ätiologie ist weitgehend ungeklärt. Behandlungsguidelines wurden erst 2010 veröffentlicht3.

Auch wenn sich Behandlungsansätze durchgesetzt haben und es ein explizit für die Behandlung der Ipp zugelassenes Medikament gibt, so ist die derzeitige Therapiesituation doch als unscharf zu bezeichnen. Kleinere, sich in ihren Ergebnissen auch widersprechende Studien sorgen nicht immer für die gewünschte Eindeutigkeit, große klinische Studien sind rar.

Gegen die Nichtbehandlung spricht der natürliche Verlauf der Ipp, der in den meisten Fällen progredient ist. (Spontanremissionen sind mit bis zu 12% die Ausnahme2). Zudem verursacht die Erkrankung einen hohen Leidensdruck bei den Patienten und einen tiefen Einschnitt in ihre sexuelle Integrität.

Die Operation als Ultima Ratio birgt das Risiko der Erektilen Dysfunktion und geht oftmals mit erheblichen Penisverkürzungen einher. Die Operation verfolgt primär nicht-kosmetische Ziele, sondern dient vor allem dazu, dem Patienten den Geschlechtsverkehr überhaupt wieder zu ermöglichen.

Schematische Zeichnung: Mann mit aufgestütztem Kopf

Aus therapeutischer Sicht ist das Szenario der frühen Diagnosestellung anzustreben, um mittels konservativer Behandlung die Operation zu verhindern. Die frühe Diagnostik ist wesentlich, da sich das Outcome der konservativen Therapie vorrangig auf die Verhinderung der Erkrankungsprogression konzentriert. Im günstigen Fall wird der Patient diagnostiziert noch bevor erhebliche Deviationen des Penis entstehen. Eine Operation kann dann vermieden werden und sexuelle Integrität und Performance des Patienten bleiben erhalten.

Insbesondere vor dem Hintergrund der hohen Dunkelziffer, eines Schamgefühles und Unwissenheit auf Patientenseite sollte das gezielte Screening von Patienten an Bedeutung gewinnen.

Nicht zuletzt auch angesichts der oft unklaren und differenziert zu betrachtenden Therapiesituation werden die Angaben sowohl zu Diagnostik, als auch zu konservativer Therapie und Operation auf Grundlage der Behandlungs-Guidelines gemacht3,4.

Behandlungs-Guidelines

Ein erstes Konsensuspapier, Guidelines zur Behandlung der Ipp, existiert erst seit 2010: The management of Peyronie's disease: Evidence-based Guidelines 2010. Ralph D, Gonzalez-Cadavid N, Mirone V, Perovic S, Sohn M, Utsa M, Levine L. J Sex Med 2010;7(7):2359-74

In 2012 hat die European Association Guidelines zur Behandlung peniler Kurvaturen veröffentlicht, deren Hauptteil sich der Ipp widmet:

Guidelines on penile curvature. Wespes E, Hatzimouratidis K, Eardley I, Giuliano F, Hatzichristou D, Moncada I, Salonia A, Vardi Y. European Association of Urology 2012, Feb, 2012

Beide Guidelines werden in der vorliegenden Fortbildung berücksichtigt.

Quellen:

  1. Schwarzer U et al. The prevalence of Peyronie‘s disease: results of a large survey. BJU Int 2001;88:727-30
  2. Mulhall JP et al. Subjective and objective analysis of the prevalence of Peyronie‘s disease in a population of men presenting for prostate cancer screening. J Urol 2004; 171(6 Pt 1):2350-3
  3. Ralph D et al. The Management of Peyronie‘s Disease: Evidence-based 2010 Guidelines. J Sex Med 2010;7:2359-74
  4. Zimmermann R. Pathophysiologie der Induratio penis plastica: Aktueller Kenntnisstand, J Urol Urogynäkol 2008;15(2):22-9

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