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"Kompakte" Regimes und Einnahmehäufigkeit

Eine Reduktion der Einnahmehäufigkeit lässt sich durch verschiedene Maßnahmen erreichen, die in der modernen HIV-Therapie - zum Teil parallel - beschritten werden:

  • Längere Wirkdauer durch Substanzen mit längerer Halbwertszeit oder durch Boosterung
  • Reduktion der Anzahl der Substanzen ("kompakte Regimes")
  • Kombination von Substanzen in medikamentösen Formulierungen

Neuere Studien prüfen, inwieweit die Dosierungsfrequenz der Substanzen ohne Verlust der antiretroviralen Wirksamkeit reduziert werden kann. So zeigten die Studien ACTG 5073 und MO2-418, dass die zweimal und die einmal tägliche Einnahme von Lopinavir/Ritonavir (z. B. + 2 NRTIs) in der Erstlinientherapie vergleichbare virologische Responseraten aufweisen (20, 21), allerdings nicht bei einer Viruslast von >100.000 Kopien/ml zu Beginn der Behandlung.

Die Ergebnisse der Studie ACTG 5142 mit 753 eingeschlossenen Patienten über im Median 112 Wochen belegen, dass ein NNRTI-basiertes Therapieregime, in diesem Fall Efavirenz plus 2 NRTIs, in der First-Line-Therapie eine vergleichbare oder tendenziell günstigere Wirksamkeit bietet, als ein Regime mit einem geboosterten Proteaseinhibitor, wie z. B. Lopinavir/Ritonavir plus 2 NRTIs (22).

Kombinationspräparate
Der Einsatz von Kombinationspräparaten kann die Belastung durch die Therapie für die Patienten deutlich reduzieren. Während früher beispielsweise vier Kapseln Indinavir alle 8 Stunden auf nüchternen Magen eingenommen werden mussten, genügen heute zwei Tabletten Atazanavir einmal täglich oder drei Tabletten geboostertes Atazanavir einmal täglich.

Die folgende Abbildung veranschaulicht exemplarisch die Entwicklung in der modernen HIV-Therapie hin zu kompakten und weniger komplexen Therapieregimes.

Abb. Proteaseinhibitoren "gestern”

Abb. Proteaseinhibitoren "heute”

Abb. Proteaseinhibitoren "morgen”

Neue antiretrovirale Substanzen
Mit der Entwicklung neuer antiretroviraler Substanzen erhofft man sich ebenfalls eine Reduktion der Dosierungsintervalle und der Anzahl einzunehmender Tabletten. So müssen Patienten in der Regel zweimal eine Tablette des vor kurzem eingeführten CCR5-Korezeptorantagonisten Maraviroc einnehmen, um in Kombination mit einem optimierten Hintergrundregime eine wirksame Suppression der Virusreplikation zu erzielen (23-25).

Weitere Strategien zur Förderung der Adhärenz werden ausführlich in CME-Modul 3 dieser Reihe besprochen.

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