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Häufigkeit von Resistenzmutationen

Therapienaive Patienten
Resistenzen bei hochaktiver antiretroviraler Therapie (HAART) sind häufig. Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede bei der Häufigkeit von Resistenzmutationen, die bei therapienaiven Patienten von 3,9 % in Slowenien (2) über ca. 8 % in Burkina Faso und Kamerun (3), 12 % in Deutschland (4), 14 % in den USA (5) und 17 % in Belgien (6) reichen.

Bennett et al. fanden bei insgesamt 15,2 % von 539 therapienaiven Patienten (2003-2004) Resistenzmutationen (siehe Abbildung), 3,2 % der Patienten waren gegen mindestens eine Substanzklasse resistent (5).

Abb. Patienten mit Resistenz-assoziierten Mutationen gegen Substanzklassen (n = 633, nach (5)).
NRTI, nukleosidale Reverse-Transkriptase-Inhibitoren; NNRTI, nicht-nukleosidale Reverse-Transkriptase-Inhibitoren; PI, Proteaseinhibitoren.

HAART-erfahrene Patienten
Mit zunehmender Therapiedauer steigt die Häufigkeit von Resistenzen gegen eine oder mehrere Substanzklassen. So zeigte sich in der kanadischen "Highly Active Antiretroviral Therapy [HAART] Observational Medical Evaluation and Research" (HOMER)-Kohorte mit 1191 Patienten, die zu 74 % auf der Basis von Proteaseinhibitoren und zu 26 % auf der Basis von nicht nukleosidalen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTI) therapiert wurden, eine Resistenzhäufigkeit von 25 % nach einer Therapiedauer von 2 Jahren (7). In einer anderen Studie aus London wurden 4306 Patienten untersucht, wobei 39 % der Therapieregimes Proteaseinhibitor- und 61 % NNRTI-basiert waren (8). Das kumulative Gesamtrisiko des Therapieversagens innerhalb von 6 Jahren betrug 38 %. Dabei war mindestens eine Mutation (International AIDS Society - USA) bei 27 % der Patienten, Mutationen, die mindestens zwei der drei Hauptmedikamentenklassen betrafen, bei 20 % der Patienten nachweisbar (8).

De Mendoza et al. (Spanien, 1999-2005) fanden bei 71,1 % von therapieerfahrenen Patienten (n = 2137) eine Mutation gegen mindestens eine Substanzklasse, bei 56,1 % gegen mindestens zwei und bei 21 % gegen alle drei Substanzklassen (65 % nukleosidale Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTI), 44,4 % NNRTI, 42,5 % Proteaseinhibitoren) (9). Die Rate an Resistenzmutationen sank in dieser Studie allerdings kontinuierlich seit 1999. Als Gründe kommen die große Anzahl von NRTI infrage, die inzwischen zur Verfügung stehen, ebenso wie die Anwendung Ritonavir-geboosterter Proteaseinhibitoren. Dennoch wurden viele Kreuzresistenzen (knapp 25 %) zwischen Proteaseinhibitoren bei therapieerfahrenen Patienten beobachtet (9).

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