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Generelle Probleme der Patienten mit der Adhärenz unter HAART

Vielen Patienten, die neu auf eine HAART eingestellt werden, haben besonders am Anfang der Therapie große Probleme.

Dazu gehört oft die Schwierigkeit, die Medikamente regelmäßig einzunehmen. Heutige Therapien sind zwar mittlerweile meist nicht mehr an ein so enges zeitliches Fenster gebunden, wie dies in der Vergangenheit (vor der Möglichkeit des TDM und des Boosterns von Proteaseinhibitoren (Pis) durch Ritonavir) oft der Fall war.

Trotzdem stelle ich gerade in Beratungsgesprächen dieses Problem immer wieder fest.

Für viele Menschen ist auch die genaue Planung der Verfügbarkeit der Medikamente z. B. auf Reisen zumindest in der Anfangszeit ein großes Problem. Auch das rechtzeitige "Besorgen" der erforderlichen Rezepte fällt vielen schwer.

Dadurch kommt es dann natürlich öfter zu "Aussetzern" in der Einnahme der Medikamente, was wiederum die Entstehung von Resistenzen begünstigt.

Wenn es medizinisch vertretbar ist, sollte deshalb vor Beginn einer HAART mit DEM Patienten sein persönlicher Umgang mit den Medikamenten - soweit vorhersehbar - besprochen werden.

Kein Patient wird Jahre und Jahrzehnte adhärent sein bei einer Therapie, zu der er nicht voll und ganz steht.

Auch der Umgang mit Nebenwirkungen, die ja oft gerade am Anfang einer HAART auftreten, hält viele Patienten von der regelmäßigen Einnahme der Medikation ab.

In diesem Fall ist die ärztliche Unterstützung noch wichtiger, um einen dauerhaften Behandlungserfolg sicher zu stellen.

Außerdem sollte der Behandler auch ein besonderes Augenmerk auf den Lebensstil des Patienten haben. So wird ein homosexueller Patient, der auf die HAART mit Durchfall reagiert, leicht weniger adhärent sein, als bei einer Therapie, die keinen Durchfall verursacht.

Siehe auch Kapitel 8: Adhärenz fördern: Was der Arzt/Behandler tun kann

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