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Eigene Erfahrungen mit antiretroviralen Therapien

Als Langzeit-HIV-Infizierter verfüge ich über eine umfangreiche Erfahrung mit mittlerweile –zig verschiedenen Therapie-Regimen.

Die erste Einnahme einer ART begann für mich 1990 mit Ziduvodin - damals das einzig verfügbare Medikament. Es musste Tag und Nacht alle 4 Stunden, sowie in 3-monatigen Intervallen eingenommen werden.

Seitdem habe ich, nur von einigen kürzeren oder längeren STI (Strukturierte Therapieunterbrechungen) unterbrochen, ständig antiretrovirale Medikamente eingenommen.

Nach Einführung der Kombinationstherapie nahm ich dann auch jeweils mehrere Medikamente, die aber auf Grund des damaligen Wissens (Wechsel von nur einer Substanz, da nicht mehr verfügbar waren), schnell zu Resistenzen führten.

Mit dem wachsenden Wissen um die Pathophysiologie der HIV-Infektion änderte sich selbstverständlich auch mein Therapie-Regime und es wurden bei resistenz-bedingten Wechseln immer mehrere Medikamente ausgetauscht.

Trotzdem gelang es meinen Behandlern und mir auch nach langer Zeit nicht, unter die Nachweisgrenze der Viruslast von 400 Kopien/µl im Blut zu kommen.

Erst im Juni 2003 (nach 16-jähriger antiretroviraler Behandlung) wurde ein neuer Proteaseinhibitor eingesetzt, der mich innerhalb weniger Wochen unter 40 Kopien/µl brachte.

Seitdem ist meine Virslast bis heute konstant unter 40 Kopien/µl geblieben.

Dies zeigt ganz klar die mittlerweile möglichen Erfolge einer HAART und sollte jeden Behandler ermutigen, auch bei scheinbar "aussichtslosen Fällen" nicht aufzugeben. Auch eine niedrige Virusreplikation erhöht das Risiko von auftretenden Resistenzen und sollte daher unter allen Umständen vermieden werden.

Auch die Nebenwirkungen (Durchfall, Übelkeit, Mattigkeit) sind so gut wie verschwunden und ich fühle mich heute meist besser als in der Vergangenheit.

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