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Was kann der Behandler bei Adhärenz-Problemen tun?

Sehr oft scheitert eine gute Adhärenz eines Patienten, obwohl dieser durchaus bemüht ist, alle ärztlichen Vorgaben einzuhalten. Dann muss sich das bestehende Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient bewähren, damit die bestehenden Probleme schnell gelöst werden.

Aus meiner Erfahrung heraus sind die Hauptgründe für eine mangelnde Adhärenz:

  • Auftretende Nebenwirkungen, z. B. kann ständiger Durchfall nicht nur stören, sondern auch dazu führen, dass Patienten die Wohnung kaum noch verlassen. (Wie ich aus eigener leidvoller Erfahrung weiß; auch sind mir sind Fälle bekannt, wo Patienten sogar den Arbeitsplatz verloren haben.).
  • Angst vor Entdeckung der Infektion. Am Arbeitsplatz, aber auch im privaten Umfeld (Partnerschaft, Familie) soll die Einnahme unbemerkt bleiben.
  • Mangelndes Wissen um die Wichtigkeit der guten Adhärenz.
  • Besonders bei jüngeren Patienten: "Party-Wochenende", bei dem viel gefeiert wird (oft auch mit Drogen) und dabei die Einnahme der Tabletten vergessen wird.
  • Mitnahme der Medikamente auf Reisen wird vergessen und dann die Einnahme der HAART unterbrochen.
  • Regelmäßige Beschaffung der Medikamente klappt nicht, daher wird die Einnahme unregelmäßig gestaltet.

Vielen Patienten sind diese Dinge oft nicht einmal bewusst! Daher muss der Behandler im Gespräch immer wieder auch auf die Wichtigkeit der Adhärenz hinweisen.

Sollten die Adhärenz-Probleme über längere Zeit anhalten (Abfall der CD4-Zellen, Anstieg der Viruslast, etc.), muss der Arzt gezielt nachfragen um die persönlichen Schwierigkeiten des Patienten herauszufinden und entsprechend gegen zu wirken.

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