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Methoden der Adhärenzmessung

Es gibt eine Reihe direkter und indirekter Methoden der Adhärenzmessung, die einen unterschiedlich hohen zeitlichen und technischen Aufwand benötigen (4). Doch allein die einfache und kostengünstige Erhebung der Anamnese kann wertvolle Hinweise auf die Adhärenz der Patienten geben, auch bei Patienten mit HIV-Infektion (36).

Direkte Methoden
Zu den direkten Methoden zählt die Messung der Konzentration eines Medikaments oder seiner Metabolite in Blut oder Urin (therapeutic drug monitoring, TDM). Dieser Ansatz ist zwar teuer und zeitaufwändig, stellt aber für einige Substanzen eine sinnvolle Möglichkeit dar, um subtherapeutische Medikamentenkonzentrationen zu erkennen.

Klassisches Einsatzgebiet ist die Bestimmung der Konzentrationen von Antiepileptika wie Valproinsäure oder Phenytoin. Aber auch bei der Kontrolle der antiretroviralen Therapie hat TDM eine große Bedeutung. Eine niedrige Medikamentenkonzentration spiegelt eine unzureichende Dosierung wider, die unterschiedlichste Gründe haben kann, unter anderem eine schlechte Adhärenz.

Indirekte Methoden
Indirekte Methoden der Adhärenzmessung zeigen im Gegensatz zu direkten Methoden nicht an, ob ein Patient tatsächlich das richtige Medikament in der richtigen Dosis eingenommen hat. Zu den indirekten Methoden zählen die Befragung des Patienten nach der Mühe, die ihm die Einnahme bereitet, die Beurteilung des Behandlungserfolgs (Blutdruckabfall bei arterieller Hypertonie, Anzahl der Anfälle bei Asthma bronchiale, Besserung der Psychose bei Schizophrenie, etc.), das Führen von Medikationstagebüchern oder die elektronische Einnahmeüberwachung.

Praktikabel und für die Belange der Patientenbetreuung ausreichend ist in der Regel die indirekte, möglichst EDV-unterstützte Kontrolle der Adhärenz anhand der Anzahl von Verschreibungen.

In Studien wurden elektronische Methoden eingesetzt, um die Adhärenz der HAART zu messen, bei denen ein Computerchip in der Pillendose Datum, Uhrzeit und Dauer der Öffnung dokumentierte. Diese Methode unterschätzt zwar eher die Adhärenz, erwies sich jedoch als genauer als das Zählen der Pillen oder der Bericht des Patienten, die die Adhärenzraten eher zu hoch erscheinen lassen (37-40).

Tab. Synopsis der Methoden zur Adhärenzmessung (nach (4))

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