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Gründe für Adhärenzprobleme

Dieser Abschnitt beschreibt mögliche Ursachen für eine schlechte Adhärenz, die prinzipiell für alle chronischen Erkrankungen gelten, während das Modul 3 speziell auf die HIV-Infektion und mögliche Verbesserungsmöglichkeiten eingeht. Wie bei anderen Erkrankungen spielen patientenbezogen-demografische Faktoren eine Rolle ebenso wie Begleiterkrankungen, kognitive, soziale und wirtschaftliche Gründe und die Komplexität des Therapieregimes (24-26).

Die meisten Hindernisse, die zu einer mangelnden Adhärenz führen, liegen in der Hand des Patienten, aber es gibt auch soziale, wirtschaftliche und medikamentöse Barrieren. Ein breiter Ansatz zur Verbesserung der Compliance sollte möglichst alle Einflussfaktoren berücksichtigen und damit den größten Effekt erzielen (4).

Patient
Typische Gründe in der Hand des Patienten, Medikamente nicht einzunehmen sind:

  • Vergesslichkeit
  • andere Prioritäten
  • Entscheidung, einzelne Dosen nicht zu nehmen
  • Mangel an Information
  • Emotionale Faktoren

Viele Patienten führen aber keinen Grund für ihre schlechte Adhärenz an.

Soziale Gründe

  • Kultureller und religiöser Hintergrund
  • Bildungsstand
  • Verständigungsprobleme
  • Soziales Umfeld, Infektion darf nicht bekannt werden
  • Berufliche Umstände, Schichtdienst

Wirtschaftlich / Gesundheitssystem
Spezielle Gruppen wirtschaftlich und sozial schwacher Patienten, wie beispielsweise Drogenabhängige, Migranten oder Obdachlose sind schwerer von Programmen zur Verbesserung der Adhärenz zu erreichen.

Arzt
Ärzte können zu einer schlechten Adhärenz beitragen:

  • zu komplexe Therapieregimes
  • keine adäquate Erklärung der Vorteile und der Nebenwirkungen eines Medikaments
  • Medikation passt nicht zum Lebensstil des Patienten
  • schlechtes Arzt-Patienten-Verhältnis
  • Nebenwirkungen, Tablettenzahl, Einnahmevorschriften

Gerade bei der HIV-Therapie kommt eine ganze Reihe von Barrieren zum Tragen. Das Behandlungsregime ist in der Regel äußerst komplex, es müssen mehrere, oft sehr teure Medikamente eingenommen werden. Es gibt Interaktionen mit der Nahrungszufuhr und häufig Nebenwirkungen. Darüber hinaus beeinflussen der Lebensstil und andere Faktoren das Arzt-Patienten-Verhältnis zusätzlich (27).

Die CME-Module 3 und 4 beschäftigten sich eingehend mit Risikofaktoren für mangelnde Adhärenz und stellen Lösungsansätze durch Arzt und Patient vor.

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