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Fehler bei der Inhalationstechnik

Obwohl große Unterschiede bei der Handhabung bestehen, schneiden Treibgas-Dosieraerosole, Pulverinhalatoren und Vernebler in Vergleichsstudien und Metaanalysen im Hinblick auf ihre klinische Wirksamkeit bei Patienten mit Asthma und COPD gleich gut ab (11, 19, 20, 21, 22). Allerdings wurden die Daten unter den Bedingungen kontrollierter klinischer Studien erhoben, in denen Patienten optimal betreut und geschult werden.

Diese Situation trifft für den ärztlichen Alltag nicht zu. Hier treten die Folgen einer ungenügenden Inhalationstechnik, insbesondere bei Anwendung von Treibgas-Dosieraerosolen, stärker in Erscheinung als im Rahmen von kontrollierten Studien.

Unterschiede bei der Anwendung

Petro et al. (23) und van Beerendonk et al. (24) veröffentlichten Daten über das Wissen und die Handhabung von Inhalationsgeräten. Nahezu alle Patienten glaubten die Gebrauchsanweisungen korrekt befolgt zu haben. Bei 37 % der Patienten war dies jedoch nicht der Fall, was zu einer unbeabsichtigten Noncompliance führte. Insbesondere in der Anwendung von Dosieraerosolen waren 90 % der Patienten an der korrekten Anwendung gescheitert. Obwohl die Anweisung "Drücken und einatmen" einfach erscheint, erweist sich die Koordination zwischen dem Auslösen und dem Einatmen bei Treibgas-Dosieraerosolen als besonders schwierig (25).

Andere Studien stellten fest, dass nur etwa 25 % der Patienten ihr Therapieaerosol effektiv einsetzen. Aus der Praxis wird zum Teil von groben Fehlern beim Umgang mit Therapieaerosolen berichtet.

Tab. Häufige Fehler nach Inhalationssystem [nach (7)]

Genereller Fehler Häufigkeit
Vor der Inhalation nicht tief ausgeatmet 66 %
Fehler bei Treibgas-Dosieraerosolen  
Nicht tief und langsam inhaliert 70 %
Nicht rechtzeitig ausgelöst 68 %
Dosieraerosol vorher nicht geschüttelt 57 %
Schutzkappe nicht abgenommen 5 %
Dosieraerosol falsch herum gehalten 2 %
Fehler bei Pulverinhalatoren  
Nicht tief und kräftig inhaliert 19 %
Nicht richtig geladen 14 %
Mundstück nicht richtig im Mund 4 %

Inadäquate Anwendung durch den Arzt

Auch Ärzte selbst können die Ursache für die falsche Anwendung eines Inhalationsgeräts sein. Die Studie von Hanania et al. (26) untersuchte in diesem Zusammenhang das Wissen von Ärzten im Umgang mit Treibgas-Dosieraerosolen mit und ohne Spacer sowie mit einem atemzuggetriggerten Pulverinhalator. Das Ergebnis der Untersuchung fiel ernüchternd aus: Der "Wissensscore" - maximal waren 100 % ± SD zu erzielen - betrug für Lungenfachärzte 67 ± 5 %, für allgemein-internistisch tätige Ärzte 48 ± 7 % und für examinierte Krankenschwestern 39 ± 7 %.

In einer ähnlichen Studie stellte sich heraus, dass es auch Apothekern häufig an Wissen fehlt, um Patienten die korrekte Anwendung von Inhalationssystemen beizubringen (27).