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Inhalationstherapie: Einleitung

Obwohl die Inhalationstherapie schon seit mehr als 2000 Jahren bekannt ist, gelang ihr Durchbruch zu einer praktikablen Therapie erst in den späten 50er Jahren des 20. Jahrhunderts durch die Einführung von Dosieraerosolen (1, 2). Nach aktuellen Leitlinien der Behandlung des Asthma bronchiale und der COPD sollte der Inhalation von Aerosolen der Vorzug gegenüber der systemischen Therapie gegeben werden (3, 4, 5).

Übersicht: Vorteile der Inhalationstherapie

  • Geringere Dosierungen: Die inhalierten Aerosol-Dosen sind im Allgemeinen geringer als die systemisch verabreichten Dosen.
  • Schnellerer Wirkungseintritt: Die Wirkung tritt bei der Inhalation schneller ein als bei oralen Verabreichung.
  • Wirkung vor Ort: Das Medikament erreicht durch die Inhalation direkt das Zielorgan, also die Lunge. Dadurch wird die systemische Exposition minimiert.
  • Weniger Nebenwirkungen: Im Vergleich zur oralen oder parenteralen Gabe treten Nebenwirkungen seltener und leichter auf.
  • Praktische Therapie: Die Inhalationstherapie verursacht keine Schmerzen und ist relativ bequem anzuwenden.

Perspektiven

Während es ein Ziel der Inhalationstherapie bei Atemwegserkrankungen ist, die verabreichten Dosierungen niedrig zu halten, kann die Lunge auch als Resorptionsorgan für Medikamente dienen. So belegen Studien, dass eine effektive inhalative Insulintherapie möglich ist. Andere Substanzen, die man inhalieren könnte, sind z. B. Heparin, Kalzitonin, Gerinnungsfaktoren, Impfstoffe und Interleukine.

Compliance

Hauptproblem der Noncompliance im Rahmen einer Inhalationstherapie sind unbeabsichtigte Fehler bei der Anwendung der Inhalationsgeräte. Vor allem Treibgas-Dosieraerosole sind hiervon betroffen. Im Falle der falschen Inhalationstechnik liegt eine unbeabsichtigte Noncompliance vor, die durch Information und Schulung, aber auch ggf. durch einen Wechsel auf ein für den individuellen Patienten besser geeignetes Inhalationssystem zu lösen ist.