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Compliance bei Patienten mit Asthma und COPD

In den letzten Jahrzehnten wurden für das Asthma bronchiale und die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) eine Reihe von Leitlinien und Empfehlungen erarbeitet, deren primäres Ziel die Verbesserung der Qualität der Patientenbetreuung ist (3, 4, 5). Diese Leitlinien empfehlen die prophylaktische Verabreichung von Medikamenten und die Entzündungshemmung als Eckpunkte der Behandlung.

Dabei erlauben es moderne Therapieoptionen, zu denen die Inhalationstherapie zählt, dem Arzt, seinen Patienten einen Teil der Verantwortung für die Behandlung zu übertragen. Zudem können geschulte Patienten z. B. anhand der Selbstkontrolle des Peak-Flows in begrenztem Umfang selbst Therapieentscheidungen treffen. Je mehr Patienten allerdings Experten ihrer Erkrankung werden und in die Therapie einbezogen werden, desto größeres Gewicht erhält die Compliance der Patienten für den Erfolg der Therapie.

Compliance bei obstruktiven Atemwegserkrankungen

Zahlreiche Studien belegen, dass bei Asthma-Patienten lediglich eine Compliancerate von durchschnittlich 50 % zu verzeichnen ist (29). Nach einer Metaanalyse wenden Patienten mit Asthma bronchiale die empfohlenen inhalativen Kortikoide nur an 20 - 73 % der Tage an. An 24 - 69 % der Tage werden z. B. zu wenig und an 2 - 23 % der Tage zu viel Kortikoide appliziert (28, 30).

Daten belegen, dass auch die Compliance von COPD-Patienten schlecht ist. Selbst im Rahmen von kontrollierten Studien wie der Lung Health Study lag die Compliance für inhalative Bronchodilatatoren nach 1 Jahr nur bei etwas über 60 % und fiel nach 5 Jahren auf unter 50 % ab (31, 32).

Auch aus anderen Studien ist bekannt, dass die Medikamenten-Compliance mit der Dauer der Erkrankung abnimmt. Dies könnte daran liegen, dass sich Patienten nach längerer Erkrankungsdauer mit ihrer Erkrankung abgefunden haben und ihr Leben an das Asthma angepasst haben (33, 34).