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Blutplasmapräparate

Plasma, in welchem die zellulären Blutbestandteile im Gefäßsystem zirkulieren, ist eine hochkonzentrierte gepufferte Proteinlösung. Die Proteinkonzentration beträgt beim gesunden Erwachsenen etwa 77 g/l, der pH-Wert liegt zwischen 7,3 und 7,4. Nur ein kleiner Teil der Plasmaproteinfraktion entfällt auf Blutgerinnungsfaktoren und -inhibitoren. Daher ist zur Gewinnung von Faktorenkonzentraten aus Plasma eine Plasmafraktionierung erforderlich (10).

Symbolfoto: BlutplasmaAusgangsmaterial für die Fraktionierung ist Plasma, das aus zwei Quellen stammt:

  • aus einer Vollblutspende als Nebenprodukt der Herstellung von Erythrozyten- und anderen Blutzellkonzentraten.
  • aus der Plasmapherese, bei der dem Spender nur Plasma abgenommen wird, die zellulären Blutbestandteile jedoch wieder reinfundiert werden.

Plasmafraktionierung

Zur Herstellung von Faktorenkonzentraten werden die Plasmen aufgetaut und gepoolt. Industriell hergestellte Blutplasmapräparate werden aus einem Pool von bis zu mehreren tausend Spenden gewonnen. Die in der Kälte schlecht löslichen Proteine (= "Kryopräzipitat") werden dann durch Zentrifugation abgetrennt (10). Diese Fraktion besteht vor allem aus Faktor VIII im Komplex mit dem von-Willebrand-Faktor (VWF) und Fibrinogen sowie anderen Adhäsionsproteinen. Anschließend wird durch chromatographische Methoden und verwandte Verfahren eine Reihe von Spurenproteinen aus der Plasmalösung isoliert (11).

Faktor IX wird aus kryoarmem Plasma, der Prothrombinkomplexfraktion, isoliert. Dabei werden entweder die Anionenaustauschchromatographie in Kombination mit hydrophober Chromatographie oder die Immunaffinitätschromatographie an immobilisierten, gegen Faktor IX gerichteten Antikörpern eingesetzt (11).