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Funktion und Struktur von Faktor VIII und IX

Faktor VIII und IX gehören zum intrinsischen Teil der Gerinnungskaskade und spielen eine wichtige Rolle bei der Aktivierung von Faktor X. Bei einem Defekt im Faktor VIII- oder im Faktor-IX-Protein ist diese Funktion ganz oder zum Teil gestört. Als Folge kommt es zu einer Blutungsneigung, die vom Ausmaß der jeweiligen Störung abhängt (3). Die endogene Synthese der Faktoren VIII und IX erfolgt in den Hepatozyten.

Grafik: Blutgerinnungskaskade

Abbildung: Blutgerinnungskaskade

Faktor VIII

Funktion (1, 3, 5)

  • Faktor VIII wird durch Thrombin (Faktor IIa) aktiviert und ist ein Cofaktor für Faktor IXa. Als Cofaktor von Faktor IX katalysiert er die Aktivierung des Faktors X durch aktivierten Faktor IX.
  • Obwohl Faktor VIIIa selbst nicht proteolytisch aktiv ist, beschleunigt er durch Interaktion mit dem Faktor IXa die Aktivierung des Faktors X um das 300.000fache.

Struktur (1, 3, 5)

  • Faktor VIII ist ein großes Protein mit einem Molekulargewicht von 265.000.
  • Die Konzentration im Plasma beträgt 100 - 200 ng/ml
  • Er besteht aus zwei funktionellen Untereinheiten: der leichten und der schweren Kette.

Faktor IX

Funktion (1, 6)

  • Er wird durch Faktor XIa oder den Komplex aus Faktor VIIa und Gewebe-Faktor aktiviert. Der Faktor IXa aktiviert dann zusammen mit Faktor VIIIa den Faktor X.
Struktur (1, 6)
  • Der Faktor IX ist ein Protein mit einem Molekulargewicht von 55.000.
  • Die Konzentration im Plasma beträgt 3-5 µg/mL.
  • Der Faktor IX durchläuft beträchtliche post-translationale Modifikationen. Unter anderem kommt es zu einer Vitamin-K-abhängigen Carboxylierung von Glutamin-Resten. Diese Modifizierung ermöglicht dem Faktor IX die Kalziumbindung und Interaktion mit Phospholipid-Oberflächen.