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Fazit

Zahlreiche genetische und nicht genetische Risikofaktoren vermutet

Für die Bildung von Inhibitoren gegen FVIII bei Patienten mit Hämophilie A, die mit FVIII-Präparaten behandelt wurden, sind zahlreiche komplexe Faktoren genetischen und nicht genetischen Ursprungs verantwortlich. Die meisten der diskutierten Risikofaktoren sind noch nicht durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt.

Nicht jeder Patient betroffen

Es ist bekannt, dass Inhibitoren nur bei einem Teil der Patienten auftreten. Die meisten dieser Patienten leiden an einem schweren FVIII-Mangel. Selbst bei Patienten mit einer genetischen Prädisposition kommt es jedoch nicht immer zu einer manifesten Immunreaktion.

Dagegen können auch Patienten, bei denen keine genetische Prädisposition vorliegt, auf verschiedene immunogene Faktoren reagieren. Dabei können zum Beispiel Infektionen oder Entzündungen das Immunsystem in Reaktionsbereitschaft versetzen und die Bildung von Inhibitoren begünstigen.

Eingehende Untersuchungen sind erforderlich, um zu prüfen, welche Faktoren (einschließlich Umweltfaktoren) einen Einfluss auf die Inhibitorbildung haben.

Erwachsene PTPs ohne anamnestisch bekannte Inhibitorbildung selten gefährdet

Bei Risikopatienten kommt es im Allgemeinen schon bald nach der Erstexposition zu einer Bildung von Inhibitoren. Erwachsene PTPs, bei denen anamnestisch keine Inhibitorbildung bekannt ist, sind wahrscheinlich nur in Situationen einer besonderen Exposition gegenüber umweltbedingten immunmodulatorischen Faktoren gefährdet. Obwohl es Einzelberichte über Häufungen von Immunreaktionen in Zusammenhang mit der Anwendung von Faktor-VIII-Präparaten gibt, ist die Inhibitorbildung bei PTPs äußerst selten.

Aus diesem Grund empfehlen Aufsichtsbehörden und wissenschaftliche Gremien seit kurzem, die Immunogenität neuer FVIII-Konzentrate bei PTPs zu prüfen. Viele Ärzte, die hämophile Patienten behandeln, wünschen sich dennoch auch weiterhin Daten aus Studien mit PTPs.

Weitere Untersuchungen nötig

Die größte Herausforderung bei der Verbesserung der biologischen Eigenschaften von FVIII-Präparaten ist, das Risiko einer Inhibitorbildung zu minimieren. Ein besseres Verständnis der komplexen Faktoren, die einen Einfluss auf die Bildung von Inhibitoren haben, wird dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen.