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Nicht hämophiliespezifische Befunde: Haltungsschwäche

Die Haltungsschwäche ist den Untersuchungen zufolge eine der häufigsten auffälligen Befunde und zeigt vor allen Dingen eine Schwäche der Bauchmuskulatur.

Entstehung

Die Wirbelsäule ist der Teil unseres Körpers, der am schlechtesten an den aufrechten Gang adaptiert ist:

  • Die entwicklungsgeschichtlich ältere Muskulatur der Rückenstrecker ist leicht zu trainieren und neigt stark zur Verkürzung.
  • Die entwicklungsgeschichtlich junge Bauchmuskulatur, Stütze der Wirbelsäule nach vorne, neigt zur Abschwächung und zur Verkürzung.

Beides führt dazu, dass die Wirbelsäule nicht regelrecht gehalten werden kann. Speziell mangelnde sportliche Tätigkeit und langes Sitzen provozieren diesen Vorgang.

Folgen

Sind Bauch- und Rückenmuskeln nicht im richtigen Verhältnis, kommt es zu einer deutlichen Mehrbelastung der Wirbelkörper. Dies führt über kurz oder lang zu Schmerzen in diesem Bereich.

Auch Kräfte der unteren Extremität können bei dysbalancierter Wirbelsäule nicht optimal auf die obere Extremität übertragen werden. Es kommt zu Funktionsstörungen und zur Mehrbelastung.

Untersuchung

Verifiziert wird die Schwäche mit dem Haltungstest nach Matthias:

  • Beim Geradbeinstand wird das Kind gebeten, die Arme in die Vorhalte zu bringen.
  • Erfolgt innerhalb von 30 Sekunden eine Zunahme der Lordose, muss eine Schwäche der Bauchmuskulatur angenommen werden.

Therapie

Therapeutisch sollte ein Krafttraining für Bauch- und Rückenmuskulatur im Verhältnis 3:1 durchgeführt werden.