cme.medlearning.de - CME Logo

Funktion des Kniegelenks

Bewegungsablauf

Rein biomechanisch gesehen geht das Kniegelenk beim Gang durch die Stand- und Schwungphase:

  • Die initiale Streckung beim Fersenkontakt geht über in eine Beugung unter Körperlast und in eine Endstreckung bis der Zehenabdruck erfolgt ist (insgesamt 20-25°).
  • Danach wird eine Schwungphase von 50-60° eingeleitet.

Bewegungsanalyse des Kniegelenks

Rollgleitmechanismus

Der Rollgleitmechanismus im Kniegelenk dient in erster Linie der optimalen Kraftverteilung zwischen Femur und Tibia. Dabei ist ein möglichst hoher Rollanteil angestrebt. Beim Rollen wird die Kraft von einem Punkt auf den nächsten alternierend verteilt. Dies hat zwei wichtige Gründe:

  • Der Knorpel wird durch rhythmisches Be- und Entlasten stimuliert, dadurch wird die Entschlackung und Nahrungsaufnahme gefördert.
  • Vermehrtes Gleiten führt zu schräger Krafteinleitung und kann für den Knorpel auf Dauer schädigend sein.

Abschwächung und Verkürzung der Muskulatur bei Erkrankungen

Das Knie spricht in typischer Weise auf Erkrankungen an:

  • Die Streckmuskulatur, die entwicklungsgeschichtlich jünger ist, neigt zur Abschwächung. Dies haben Untersuchungen an Patienten mit Hämophilie bestätigt.
  • Mit zunehmendem Druck in der Gelenkkapsel oder zunehmender Entzündung geht zunächst die Kraft des Vastus medialis, danach des Vastus lateralis, dann des Rectus femoris und letztendlich des Intermedius verloren.
  • Die Beugemuskulatur neigt als entwicklungsgeschichtlich ältere Muskulatur zur Verkürzung bei intra- und periartikulären Prozessen.