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Fallbeispiel

Ein sechsjähriges Schulkind mit einer Hämophilie A Faktor-VIII-Restaktivität unter 1 % und mit einem altersentsprechend guten Bewegungsablauf stößt sich das Knie. Es kommt zu keiner weiteren Schwellung, der kurze Schmerz lässt relativ schnell nach und gerät in Vergessenheit. Deswegen kommt es auch zu keiner zusätzlichen Faktorsubstitution. Es bleibt ein kleiner blauer Fleck, der innerhalb von 2-4 Wochen verschwindet.

Mikroblutungen nicht auszuschließen

Trotzdem ist nicht auszuschließen, dass es zu Mikroblutungen ins Gelenk gekommen ist. Sie können Mikroentzündungen zur Folge haben. Dadurch kann die Funktionalität des Kniegelenkes messbar beeinflusst sein.

Dezente Veränderungen der Muskulatur

Dieses kann eine typische Antwort der gelenkumgebenden Muskulatur provozieren. Am Kniegelenk ist eine dezente, kaum merkbare Abschwächung des Vastus medialis sowie eine dezente, ebenfalls kaum merkbare Verkürzung der Beinbeugemuskulatur am wahrscheinlichsten.

Spätfolgen

Es folgt eine Überlastung der knieumgebenden Bänder, die zunächst nicht spürbar ist. Erst Monate, manchmal Jahre später kann es dann zu ersten Schmerzen in diesem Gelenk kommen.

Frühe Befunde

Bereits wenige Wochen nach dem Ereignis könnten jedoch schon eine Verkürzung der beinrückseitigen Muskulatur und Druckschmerzen an der Kniescheibenspitze oder am Innen- oder Außenband in einer Untersuchung feststellbar sein.

Dieselbe Geschichte könnte man von dem gleichaltrigen Kind mit Hämophilie A erzählen, das sich aufgrund mangelnder koordinativer Schulung funktionell schlechter bewegt. Die zusätzliche Energie, die es deswegen aufbringen muss, könnte zu einer leicht verstärkten Blutungsneigung und entsprechenden Mikroveränderungen wie oben beschrieben führen.